Band 
Dritter Band. D bis E.
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Daun

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stadt erhoben. Als Mitglied der Akad. der Wissensch. seit 1744, bereicherte er dieDenkschriften dieser Gesellschaft durch eine Menge anatomischer Entdeckungen unddurch Untersuchungen über die Thicrgattungen und ihre Unterschiede, über die Ver-edlung der Wolle und die Behandlung der Thierkrankheiten. Die Mineralogie,die Pflanzenkunde und die Ökonomie verdanken ihm vieles Licht. Er machte eineneue Methode bekannt, die Mineralien einzutheilen. In der Encyklopädie hat erden naturhistorischen Theil bearbeitet. Außerdem ist er Vers. einer Menge gemein-nütziger Schriften, z.B.„Instiuction ziour les ber^ers", 3. Aufl. 1796 (putschvon A. Wichmann); „Vlöiiioirs sur les iucki^estians" (N. Aufl. 179^» ll. a.Frei von Buffon's Hypothesen, war er der treuesteBeobachter der Natu/ InderSchreckenszeit der Revolution hatte er ein Zeugniß seines Bürgersinns n/chig, undwurde seiner Eection als ein Schafhirt vorgestellt, der sich damit beschäftige, diespanischen Schafe in Frankreich einzuführen. Nun durfte er ruhig seine Studienfortsetzen. Mit einem von Natur schwachen Körper erreichte er durch Mäßigkeitund Heiterkeit ein Alter von 84 Jahren. Er wohnte am 31. Dcc. 1799 zum erstenMale der Läitzung des Lenats bei, als ihn ein Schlagfluß traf, und er bewußtlosin die Arme seiner Freunde sank.

Daun (Leopold Joseph Maria, Reichsgrafvon), östr. Feldherr, geb. 1705.starb 1776. Sein Großvater und Oheim hatten dem kaiserl. Hofe als General-feldmarschalle gedient; gleichen Ruhm erwarb sich sein Vater, besten glänzendstePeriode in den spanischen Erbfolgekrieg fällt. Leopold Joseph verdunkelte denGlanz seiner Vorfahren. Er errang die ersten Lorbern in den: Türkenkriege von1737 — 39 als Generalmajor und trug im östreich. Erbfolgekriege zur BelagerungPrags, zur Eroberung BaiernS und zur Vertreibung der Franzosen bis über denRhein viel bei. Sein kluges Benehmen bei einem Zuge über den Rhein und seineVerheiraihung niit der Gräfin vonFux, einerGünstlingin Marien Theresiens, ver-schafften ihm die Stelle eines Generalfeldzeugmeisters, und endlich 1757 die einesGeneralfeldmarschalls. In dieser Eigenschaft befehligte er die östreichischen Heereim siebenjähr. Kriege. Er zog dem Könige von Preußen, welcher Prag belagerte,bis Kolin (s. d.) entgegen und lieferte hier die Schlacht (d. 18. Juni 1757), wo-durch er den König zwang, die Belagerung aufzuheben und Böhmen zu räumen.Ungeachtet er mit höchster Klugheit und Vorsicht handelte, so erlitt er dennoch beiLeulhen, Torgau und mehren Orten empfindliche Niederlagen. Außer der Schlachtbei Kolin ist sein größtes Unternehmen der Überfall bei Hochkirchen, in derNacht vom 14. Oct. 1758. Hier würde er das ganze preuß. Heervernichtet haben,wenn nicht der Prinz von Durlach mit seiner Colonne zu spät angekommen wäre.Bei Torgau (3. Nov. 1760) ward ihm der schon gehofft? Sieg in Folge seiner Ver-wundung und durch Ziethen'S Entschlossenheit entrissen. Auch zwang er den preuß.General Fink am 21. Nov. 1759, bei Maxen sich mit 11,000 M. gefangen zuergeben. Man hat D.'s zögernde, nur selten eine große Entscheidung wagende Art,Kriez zu führen, geradelt; allein sie hatte weder Unkunde noch UnentschlossenheirZum Grunde, sondern entsprang aus der richtigen Beurtheilung seines große» Geg-ners. Einem Feldherrn wie Friedrich, der, ohne einem Höher» zur Rechenschaftverpflichtet zu sein, die kühnsten Unternehmungen, bei denen sein hoher Geist nurdie Möglichkeit eines glücklichen Erfolges erkannte, wagen durfte und mußte, demdiese Kühnheit gewissermaßen abgenöthigt wurde durch die Menge seiner Feinde,denen er nur dadurch widerstehen konnte, daß er sie, ohne bei jeden. Einzelnen vielZeit zu verlieren, schnell nach einander besiegte, konnte der in seinem Wirkungskreiseabhängige D. nicht besser widerstehen, als wenn er sich gleich einem zweiten FabiuSCunciakor gegen ihn benahm. Friedrich selbst erkannte, welchen gefährlichen Geg-ner er an D. habe. Gegründeter ist der Tadel, daß D. nicht immer die erfochtenenDoriheile in ihrem ganzen Unifange zu benutzen und den Feind nach gewonnener