Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
72
JPEG-Download
 

72

Davy

so ernannte ihn Napoleon nach dem Frieden von Tilsit zum Herzoge von Auer'-städt. Er blieb in Warschau, ging dann nach Breslau und ward, da die großeAlinee aufgelöst wurde, zum Oberbefehlshaber der Rheinarmee erhoben. Be, demWiederausbruche des Kriegs mit Ostreich, 1809, waren seine Marsche durchdie Oberpfalz an die Donau und die Tage von Reqensburg eine sehr gefährlicheAufgabe. Er hatte wesentlichen Antheil an dem Siege bei Eckmühl. An derSchlacht von Aspern konnte nur eine seiner 4 Divisionen Antheil nehmen, de-ren General, St.-Hilaire, mit dem größten Theil seiner Truppen an dein lin-ken Donauufer umkam. In der Schlacht von Wagram befehligte D. den rech-ten Flügel, dessen Bewegungen hauptsächlich den Rückzug der Ostreicher bewirk-ten. Nach dem Frieden erhob ihn Ichpoleo» zum Fürsten von Eckmühl, und1811 zum Generalgouverneur der Hanseat. Deport. Am 20. Nov. ließ er denRath Becker (s. d.) in Gotha aufheben. In Rußland 1812 erlitt er mit seinerHeerdivision, auf dem Rückzüge von Moskau , eine Niederlage. Im März 1813sprengte er die Elbbrücken zu Meißen und Dresden ; im Sommer d. I. rückteer niit 50,000 M. Franzosen und Dänen in Mecklenburg, so geringe Streit-kräfte ihm auch entgegenstanden, nur bis «chwerin, Wallmoden gegenüber, vor,zog sich aber bald hinter die Steckenitz zurück. Es war für Hainburg (s. d.)und die hanseatischen Deport, ein Unglück, daß er, obgleich Generalgouverneurderselben, die Erhaltung des Milirairs über alle Beachtung der großen Leidenjener Tisiricte und besonders Hamburgs setzte; doch wurde er von der zahlreichenBelagerungsarmee nicht sehr gedrängt, verlor aber an Wunden und Krankhei-ten 11,000 M. Aus seiner Dertheidigungsschrift, die er 1814 in Paris er-scheinen ließ, ersieht man, daß die grausame Behandlung der besetzten Stadtkeine Untersuchung wider ihn veranlaßt hatte. Er blieb damals unangestellt.Nach der Rückkehr Napoleons nach Paris (im März 1815) ward er zum Kriegs-minister ernannt. Als die Verbündeten, nach dem «rege bei Waterloo , gegenParis vorrückten, schloß D., als Commandant eu Chef, am 3. Juli eine Mili-tairconvenrion mit Blücher und Wellington ab, nach welcher er die franz. Armeehinter die Loire führte. Er unterwarf sich dem Könige Ludwig XVIII. , foderteauch die Armee dazu auf und überließ, auf des Königs Befehl, das Commandodieser Armee, die noch aus 45,000 M. bestand, dem Marschall Dbacdonald.Dieser Dienst, den er dem Hofe geleistet hatte, wurde später anerkannt, indemer bei der Armee wieder angestellt wurde. D. starb den 1. Juni 1823. Festig-keit des Charakters, persönliche Herzhaftigkeit waren die Haupteigenschaften die-ses Feldherrn, dessen nnlitairische Strenge oft in Härte, wo nicht in Grausam-keit überging. D. hinterließ einen 13jährigen «ohn, her die Pairswürde unddamit ein Majorat von 80,000 Fr. erbte, und 2 Töchter, «eine in 180,000Fr. jährlich bestehende Dotation wurde durch die pariser Friedensschlüsse auf100,000 Fr. Renten vermindert.

Davv («ir Humphry), einer der berühmtesten Chemiker, Präsident derkönigl. Gesellsch. der Wissenschaften, früher Professor der Chemie an der Iin,-,II,i8tit»tioi, in London bis 1813, von wo an er für sich allein seiner Wissenschaftlebte, war 1779 zu Penzance in der Grafschaft Cornwallis geboren. Er wurdebei einem Landchirurgen, der zugleich eine Apotheke hatte, als Lehrling angestellt,und hier von dem v. Beddoe« bemerkt. Er kam nun nach Bristol . Seine au-ßerordentlichen Talente entwickelten sich schnell, und er hielt in Bristol Vorlesun-gen über Chemie, die solche Aufmerksamkeit, besonders auch bei den Directorcn derllnv.,1 Institution erregten, daß er nach London gezogen wurde. Nun konnteer chemische Versuche von höherer Bedeutung vornehmen, durch die er bald als einerder scharfsinnigsten Chemiker bekannt wurde. Auch seine Vorlesungen hatten dengrößten Beifall. Die mehrsten seiner Schriften („l.Ieui.ok e>w,»in->! p!>i!o50p>>)";