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Milde (olemence) aussprach. Daraufward er auf den Antrag vonSt.-Iufl, denCamille ebenfalls in (.Journale bespöttelt hatte, inderNacht vom 3t.März 1194nebst Denen, welche man s. Mitschuldigen nannte, eingezogen, am 4. April vor dasRevolutionstribunal gebracht und zum Tode verurtheilt: „weil er das Revolutions-snstem beschimpft habe und die Monarchie wiederherzustellen Willens gewesen sei".Den 5. ward er, nicht ohne Mühe, zum Richkplahe geführt; er sträubte sich ausallen Kräften, den Karren zu besteigen. Mit ihm starben Danton , Chabot, Bazireu.A. SeineGattin, die er anbetete und von derer zärtlich geliebt ward, eine schöne,muthige, geistreiche Frau, verlangte sein Schicksal zu theilen. RobeSpierre ließ sie10 Tage nach ihm aufs Blutgerüst bringen. Sie zeigte während ihres Processes einebewundernswürdige Ruhe und starb mit viel mehr Etandhaftiqkeit als ihr Mann.
Desnoyers (Auguste Doucher), Kupferstecher, Mitglied des Instituts,Ehrenmitglied der Akademien zu Wien undGenf, seit 1828 Baron, geb. 1119 zuParis , wo sein Vater in Ludwigs XVI. Diensten Schloßverwalter war, bildetesich anfangs zum Historienmaler und studirte in Rom , wo er mehre Gemälde inWasserfarben copirt hat. Hierauf wandte sich seine Neigung zur Kupferstecher-kunst, worin Tardieu sein Lehrer war. Sein erster größerer Versuch 1805, I..-,Vierte, dito I» belle i.ii'Oiniere, nach Rafael, deren Stich er in Jahresfristvollendete, gründete seinen Ruf. D.'s Grabstichel vereinigt Bervik's breite Artin der Behandlung der Köpfe mit Drevet'S enger und fleißiger Manier in derBehandlung der Gewänder, sowol in Hinsicht auf Stoff als Faltenwurf. BeideArten erkennt man in dem von D. gestochenen Portrait Napoleons , imKrönungs-costume, ganze Figur, nach Gerard's Gemälde von 1805. Dieses ebenso effect-volle als fleißig gearbeitete, jetzt sehr seltene Blatt ist 2 franz. Fuß hoch und 18 Zollbreit. Der Kaiser hatte D. den Stich übertragen und für die Platte, die er ihmnach abgezogenen 1000 Exemplaren ganz ließ, 50,000 Fr. bezahlt. Auch stachD. das Bild des jungen Königs von Rom nach Guerin. Außerdem vollendeteer die schönen Blätter l'l>öd,e ct llssipoHte, und die Vierte i>u lin-xr. D.arbeitet außerordentlich schnell; er verfertigt die Zeichnungen zu seinen Plattenselbst. Er hat einen einfachen edlen Vertrag und wählt glückliche Stoffe für seineKunst. Indeß scheint er die große Kunst, durch mebre Mitteltinten dem Kupfer-stiche die Kraft eines Gemäldes zu geben, nicht in »selben Grade wie z. B. derverst. Müller der Iüng. zu besitzen, so sehr auch übrigens seine Blätter durch schat-ten und Licht eine glänzende Wirkung machen. Als die vorzüglichsten Blätter vonihm werden, außer dem Kaiserportrait, sein 1806 ganz nach Gerard's Gemälde ge-stochener Lölisaire, seine Vierte anx roobeis, nach Leonardo da Vinci , undseine älaclcninu du koligmo, nach Rafael, geschätzt. Einige halten die Vier-^6anx rnd>-->5, Andre die Halln, I»!l da bcdigml' für sein gelungenstes Werk. Einneueres Blatt, das 1822 erschien, ist die äladnnna del peseo, nach Rafael, imEscorial. D. hat mehre Schüler gebildet, doch kein Atelier in der Art angelegt,wie Wille, Bervik, oder Müller der Ältere die ihrigen zu einer wahrenKunstschule erhoben hatten. 20.
Despoti e. nach dem jetzigen Sprachgebrauche diejenige Regierungsweise,vermöge deren ein Einzelner seine Willkür dem Volke als höchstes Gesetz aufstellt(unumschränkte Alleinherrschaft); — im engern Sinne: jene Art der Alleinherr-schaft, welche die von der Natur gesetzten Grenzen der Staatsgewalt überschreitet,oder Gewaltherrschaft. Der gerechte Regent gesteht ein, daß der Staat nicht fürihn da ist, und daß er die Macht des Ganzen dem Wohl des Ganzen gemäß anwen-den soll; der Despot hingegen bedient sich desselben als bloßen Mittels zur Errei-chung seiner willkürlichen Zwecke. Ursprünglich bedeutete dieses Wort, im Griechi-schen, nichts weiter als Herr, im Gegensatz von Diener; späterhin ward es einEhrentitel, den die griechischen Kaiser ihren Söhnen und Schwiegersöhnen beileg-