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Dritter Band. D bis E.
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136 Destilliren

heulenden gründeten den militairischen RufD.'S, dessen Berichte noch jetzt als mn-sterh^t angesehen werden. 1803 commandiere er provisorisch, nach Mortier'sAbgäflg, die Armee von Hanover, in welchem Lande er sich durch Mäßigung undUneigennützigkeit allgemeine Achtung erwarb. Nach Bernadotte's Ankunft ginger nach Paris , wo er sich, nebst Macdonald und Lecourbe, in Moreau's Processefür dir Unschuld seines Freundes lebhaft erklärte. Bald nachher zog er sich auf seinLandgut bei Auch zurück. 1808 übertrug ihm der Kaiser ein Commando in Spa-nien , das er mit ebenso viel Tapferkeit als Menschlichkeit führte. Von 1810 12lebteer wieder als Privatmann in Frankreich ; denn seine Ansichten stimmten nichtzu den Planen des Kaisers. Gleichwol ernannte ihn Bonaparte 1812 zum Chefdes Generalstabes bei dem Armeecorps des VicekönigS; allein nach der Eroberungvon Smolensk nahm er, weil er den Zug in das Innere von Rußland mißbilligte,zur Herstellung seiner Gesundheit, seine Entlassung und ging nach Paris , wo ermit Talleyrand in Verbindung stand. Am 31. März 1814 ertheilte ihm die pro-visorische Regierung den Befehl über die pariser Nationalgarde. Damals erklärteer sich, ebensowie Talleyrand , in der Nacht vom 6. April, vor dem Kaiser Alexan-der gegen die von Bonaparte als Bedingung seiner Abdankung vorgeschlagene Re-gentschaft der Kaiserin Maria Louise, und für die Wiederherstellung der Bourbons.Bald darauf wurde er zum Militaircommandanten des Seinedep. und zum Chefdes Generalstabes der von Monsieur, dem Bruder des Königs, befehligten Natio-nalgarde von Frankreich ernannt. Ludwig XVIII. erhob ihn zumPair u. Staats-minister. Während der hundert Tage lebte er als Privatmann auf seinen Gütern.Den 7. Juli 1815 trat er wieder als Pair in die Kammer ein, und Ludwig XVIIl.ernannte ihn zum Mitglied des Geheimenraths. Weil er aber das ReackionSsy-siem der Ultras mißbilligte und in derPairskammer für die Befolgung constitution-neller Grundsätze sprach, so sah er sich veranlaßt, im Oct. 1815 das Commandoder pariser Nationalgarden niederzulegen, welches hierauf dem Herzog von Reggio verliehen ward. Er lebte nun abwechselnd auf seinen Gütern und in Paris , wo erin den Commissionen der Pairskammer sehr thätig war und vorzüglich das Recru-tirungsgesetz unterstützte. Am 29. Dec. 1818 erhielt er in dem von Decazes ge-bildeten Ministerium die Verwaltung der auswärt. Angelegenheiten und den Vorsitzim Ministerium, wodurch er an Richelieu'S Stelle trat. Zugleich erhob ihn derKönig zum Marguis. Als Minister dem constüutivnnellen System treu, wider-setzte sich D. mit großer Lebhaftigkeit der Abänderung des Wahlgesetzes von 1817;dies war auch die Veranlassung, warum er, nebst seinen mit ihm gleichgesinntenCollegen, St.-Cyr und Louis, am 17. Nov. 1819 aus dem Ministerium desGrafen DecazeS(s. d.) heraustrat. Sei» Nachfolger war Baron Pasquier . D.wurde damals seiner Festigkeit wegen von der Nation nur lo w>i»i,-it>e IionneteIiomme genannt. Auch der König, der ihn 1814 zum Großkreuz der Ehrenlegion,1818 zum Commandeur des St.-Ludwigs- und 1820 zum Commandeur des heil.Geistordenö erhoben hatte, behielt ihn als seinen Etaatsminister bei und fragte ihnöfter um seine Meinung als Mitglied des Geheimenraths. Diese Stellen verlor erjedoch 1822, theils in Folge seiner bei den Deputirtenwahlen im Mai ausgespro-chenen Gesinnung, theils weil er sich zur Opposition hielt. Bei den Verhandlun-gen der Pairskammer stimmte er öfter wie Talleyrand . Geradheit, constitutionnelleFestigkeit und Freimuth zeichneten diesen Staatsmann aus, welcher zu Paris am 2. Nov. 1828 starb. (Vgl.Zeitgenossen", Heft XIX.) 20.

Destilliren, ein chemisches Verfahren, bei welchem man durch einengewissen Grad der Wärme die flüchtigen Bestandtheile der Körper in verschlossenenGefässen in Dämpfe verwandelt, die aufsteigen, sich vereinigen und in vorgelegtenkalten Gesäßen wieder verdichtet zum Vorschein kommen. Man scheidet durch dieDestillation nicht nur gewisse Substanzen von einander, sondern vereinigt auch