Band 
Dritter Band. D bis E.
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147
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Deutsche Geschichtskunde 147

Lustspiele), von Poißl (in München , Verfasser und Componist mehrer Opern),Raupach tauch im Lustspiele), Grafv. Riesch (in Wien), Rochlitz , Schall (Privat-gelehrter in BreSlau ; Vers. mehrer sehr beifällig aufgenommener Lustspiele), Wilh.v. Schütz (in Dresden), v. Lteysried (in Wien), v. Thumb (Kammerherr in Stutt-gart), Töpfer (-Schauspieler), Vogel Theatersecretair in Wien ), Iul. v. Voß(mBerlin ; würde bei minderer Flüchtigkeit und Eile im Produciren Bedeutendes im ei-,gentlicheit VolkSlustspiele leisten kennen), Weichselbaumer (in Bamberg ), Frau vonWeißemhurn (Schauspielerin in Wien ), West (eigentlich Schreyvogel, Theaterse-cretair in Wien), P. A. Wolff(Regisseur desTheaterS in Berlin und ausgezeichneterSchauspieler, gest. 1828). Alle diese schrieben oder übertrugen wenigstens eineMenge Schauspiele, Komödien, Dramen, Opern u. dgl. Die mehrsten dieser Sa-chen fanden Aufnahme auf den Repertoiren der Bühne und auch wol den Beifall desPublicums, das, immer nach Neuem begierig, gern und willig — und in den mei-sten Fällen auch ohne Parteilichkeit — das AnerkennungSwerthe anerkennt. HmGanzen muß man >edoch sagen, daß, feit Göthe aufhörte, im Fache der dramati-schen Dichtkunst (der ernsten sowol wie der launigen) zu arbeiten, und seitdem inSchiller der tragischen Muse in Deutschland ihr erster Liebling entrissen wurde, diedramatische Poesie unter uns sehr von der Höhe herabzustnken begonnen hat, aufwelche sie durch die eben Genannten und durch Lessing und einige wenige Andre ge-hoben worden war. Ein gleiches Schicksal hat das sogenannte Conversakionsstückdurch den Tod Hffland s und Kotzebue'S und den frühern von Hunger betroffen,und die Plätze dieser Drei als dramatische Schriftsteller sind dermalen noch ebensogut unter uns erledigt wie die der Vorhergenannten.

Deutsche Geschichtskunde, Gesellschaft für ältere(8e>e>ela5 aperieixl',8 lonlibu!, reenin pg-> ixaniu-ii nn> irwiIH ,wv>), eine der merk-würdigsten literarischen Unternehmungen des neuern Deutschlands , theils durchdie Wichtigkeit des Zweckes, theils durch den Umfang herzu Gebote stehenden Mit-tel; hochachtbar als eine noch nie gesehene Vereinigung der meisten HistorikerDeutschlands, unter unmikkelbtn-m Schutze des deutschen Bundestags, von des-sen Mitgliedern die mehrsten selbst der Gesellschaft angehören, und unter ausdrück-lich zugesicherter Begünstigung fast aller deutschen Regierungen. — Seit 3 Jahr-hunderten erschienen gegen 50 allgemeine und specielle Quellensammlungen für dieGeschichte des deutschen Mittelalters, dem Umfange nach leicht auf 100 Bände,meist des größten Formats; aber weder eine einzige noch alle zusammen wa-ren vollständig, meist dem Stoffe nach bloß zusammengerafft, fast ohne Kritikaus den Manuscriplen abgeschrieben und fehlerhaft abgedruckt. Legenden undTodtenregistcr, Urkunden und Briefe, Geschichtbücher, Chroniken und Annalen,die sich oft unter einander selbst copirt hatten, Brauchbaresund Werthloses, Wah-res und Falsches, wie meist geistliche Federn im Mittelalter es zu verzeichnen fürgut gefunden haben, begegneten sich ohne Wahl und Plan in diesen Sammlungen.Manche Schriftsteller fehlten ganz, manche waren 4— 6 Mal abgedruckt. Dar-aus und aus sehr kostspieligen Quellensammlungen benachbarter Lander hatteder Deutsche sein Mittelalter zu schreiben, aber dunkel und trübe wie seine Quellenblieb auch sein Werk. Es hatten daher schon Männer, wie Eckhardt, Gatterer,RöSler, Seniler, Krause, Weltmann, Höh. v. Müller, den Plan, eine allgemeineund kritische Sammlung dieser Quellen zu veranstalten; aber das Unternehmenwar für den Einzelnen und für jene Zeiten zu groß. Endlich trat in einerZeit, diejedes Große anzuregen und zu vollbringen Kraft zu haben schien, der königl. preuß.Staatsminister, Freiherr von Stein aus Nassau , von StaatSgeschäften zurückge-zogen, vertraut mit vaterländischem Geschichrsstudium und dessen Bedürfnissen,gegen einige gleichgesinnte Freunde 1818 mit dem Plane zu einem ähnlichen Un-ternehmen hervor, fand bei ihnen und der hohen Bundesversammlung zu Frank-

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