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Dritter Band. D bis E.
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Deutsche Manufaotur - und Fabrikindusirie

scheu und Zollsystem? unten steh g-schlossen gegen das ?luSland dastehen als einmahrer Bundeshandelsstaat. Sie sollen nicht das Ausland nöthigen, den Erzeug-,nisten unserer Industrie seinen Markt zu öffnen, auch ebenso wenig allen Producten-Handel mit demselben stören. Sie sollen nicht den Betrieb solcher Industriezweige,die unserer Urproduction nicht angeniesten sind, erzwingen wollen. — Sie sollenvielmehr durch zweckmässige Aolleinrichtungen an den Ganzen des mercantilisch ge-schlossenen süddeutschen Bundes den Verbrauch ausländischer Waaren nur in soweit beschränken, als solcher nicht ferner, ohne des Inlandes Verarmung zur Folgezuhaben, bestritten werden kann, auch die der Verarbeitung der rohen inländischenStoffe entgegenstehenden Hinderniste beseitigen. Eine vorzüglich dahin führendeMaßregel wirk sein, daß die Einfuhr derjenigen Erzeugnisse der ausländischen In-dustrie möglichst beschränkt werde, für die der inländische Gewerbfleiß, ohne dazudie Urstoffe aus der Fremde zu beziehen, Surrogate darbietet. So z. B. könnendie baumwollenen und seidenen Fabricate, für welche so viele Millionen nach Eng-land und Frankreich ausstießen, durch deutsche gewebte wolleneund leinene Zeuchtohne Unbcguemlichkeit ersetzt werden. Hohe Eingangszölle auf erstere gelegt, müs-sen daher die letzter« in eine vortheilhafte Concurren; mit denselben setzen. Über-haupt muß das künftige gemeinschaftliche Zollsystem der Vereinstaaten, ganz ver-schieden von den jetzt bestehenden, die meistens nur für den Gewinn der Staatskas-sen berechnet sind, solcheAnordnungen enthalten, die es Nachbarstaaten wünschenS-werth und möglich, dem Vereine aber nützlich machen, Unterhandlungen anzuknü-pfen und Handelsverträge abzuschließen, was so lange unmöglich ist, als mehredeutsche Staate» Prohibikivsysieme in mannigfaltigen Abstufungen besitzen, andredagegen unbedingte Handelsfreiheit gewähren. Kommt dagegen ein Verein der Mit-tel- und süddeutschen Staaten zu Stande, so wird selbst Frankreich bald einsehen,daß es sein Vortheil erheischt, mit ihm einen gegenseitigen böchsteinträglichen Zwi-schenhandel und Trausito zu treibe». — Bei einem modisieirte» Reciprocitätssy-steme wird auch das finanzielle Interesse der Vereinstaaten seine Rechnung findenkönnen, ohne es zum Nachtheil des naticnalökonomischen zu gebrauchen. Das ge-meinschaftliche Zollsystem gegen das Ausland darf daher nicht die Grenzlinie über-schreiten, über welche hinaus der Handel, ohne gehemmt zu werden, die Abgabenicht mehr tragen kann. Erzeugnisse des Auslandes, die entweder nothwendige Le-bensbedürfnisse sind oder die zur Befriedigung irgend eines inländischen Fabrikbe-dürfnisses dienen, wie z. B. die höher» Nummern des in Deutschland bisher nichtzu producirenden Baumwollengespümstes, müssn ganz freigelassen oder wenigstensnur sehr gering belegt werden. Erzeugnisse des Auslandes, die zwar Gegenstände desunmittelbaren Verkehrs sind, aber doch nicht zu den nothwendigsten Bedürfnisse» ge-hören, wären, im Verhältnisse ihrer Entbehrlichkeit, mit mehr oder minder hohenEinfuhrzöllen zu belegen. Ähnliche Rücksichten müßten hinsichtlich der Manufactur-u. Fabrikwaaren eintreten. In dem Grade nämlich, wie sie die inländische Industriein gleicher Güte u. hinreichender Menge hervorzubringen im Stande ist, würden siehoch zu belegen sein; doch wäre bei ihrer Einfuhr Rücksicht zu nehmen auf ihr speci-sischcS Gewicht im Verhältniß zu ihrem Werth, ferner darauf, ob sie roh oder niehroder weniger bearbeitetsind, und ob sie zu Befriedigung der Bedürfnisse der niedernVokksclassen oder Zum Lupus der Vornehmem u. Reichern dienen. In Hinsicht derAusfuhr wäre aufdie größere oder geringere Entbehrlichkeit für das Ausland z» ach-ten ; so z. B. müßte die den Engländer» unentbehrlichste feinste Schafwolle mit einer,den neuen englischenWollzoll wieder vergeltenden Auflage belegtwerdcn. Beieineinsolchen Zollsystem werden auch die Finanzen der Vereinstaaten umso weniger verlieren,als sie von der inländ. Consiuntion ausländ. Artikel verhältnißmäßig beträchtlichereZölle als in ihrem bisherigen Zustande der Isolirung erheben, die Erhebunzskosten inZukunft weil gcringersind, und doch eine strengere Grenzbewachung und Aussicht ein-