Band 
Dritter Band. D bis E.
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Deutschland bis 911 257

elegant und lieblich); Iwan Müller (aufReisen; höchst elegant und fertigt; dieGebrüder Bender (k. ruff. Capellisten; trefflich zusammen eingespielt und im Lauf-ten, Angenehmen ausgezeichnet). VI I. Auf der Hoboe sind als Meister bekannt:E. Thurner (besiegt die größten Schwierigkeiten mit starkein Tone); Wilh. Braun(geschmackvoller Virtuos des berliner Orchesters); Barch (Lohn des berühmtenHoboisten in Kopenhagen ; schwacher Ton, aber guter, ausdrucksvoller Vortrug).VIII. Achtem Fagott sind ausgezeichnet: C. Bärmann (in Berlin ); Ant. Rom-berg; I. H. Kummer (Capellist in Dresden ). IX. Unter den Hornisten stehenobenan: Gugel, DaterundSohn in Rußland ); Schunke (Vater und2 Löhne,in Berlin , welche zusammen das vollkommenste Ensemble bilden, das man hörenkann); Schunke (in Stuttgart); Fuchs (Capellist in Dessau . X. Auf der Po-saune, die man seit wenigen Jahren als conccrtirendeS Instrument behandelt, wirdin Leipzig vom Orchestermusiker O.ueißcr und in Berlin von Delke das Möglichstegeleistet. Virtuose» auf andern als den angeführten Instrumenten, z. B. Harfe,finde» weniger Gelegenheit, ihre Kunstfertigkeit zu zeigen. 44.

D e u t sch l a n d. Geschichte, älteste, s. Germanien . — Die große Völ-kerwanderung hakte begonnen, uiid ihre Hauptergebnisse waren die Vernichtung desabendländischen Reichs durch den deutschen Odoaker, der sich zum König von Ita-lien aufschwang, die Eroberung Galliens durch die Franken und die Einrichrungeines Königreichs, von welchem aus aust das eigentliche Deutschland, wo die Sach-sen, Friesen, Thüringer und Alemannen zurückgeblieben waren, eine SraatSver-faffiing und einen obersten Herrscher bekommen sollte. Ludwig l. (Chlodwig ), dererste König von Frankreich , bekannte sich zur christlichen Religion (4lI6), und mitihm begann die Reihe der merovingischen Könige, von denen der letzte (752) insKloster geschickt wurde. Die Karolinger bestiegen Frankreichs Thron, und immerheftiger wurden unter ihnen die Kämpfe mit den benachbarten, dem Frankenreichnoch nichteinverleibten Deutschen , unter denendie Lachsen die gefährlichsten Feindedes FrankenlanteS waren. Da unternahm es der König dieses Landes, Karl derGroße (768 — 814), diesen Kämpfen ein Ende zu machen, die rohen Lachsen zurAnnahme des Christenthums zu nöthigen und stein ein politisches Ganzes unter kei-nem Scepter zu vereinigen. Zwar fand er einen unerwarteten dreißigjährigen Wi-derstand; doch Wittekind der Große, der Sachsen Herzog, unterwarfsich ihm end-lich, ließ sich, um das Blut seiner Sachsen zu schonen, das Karl in Strömen ver-goß, mit seinem Heere taufen, und die großefränkische Monarchie, welche Gallien ,Italien und Deutschland bis an die nördliche See umfaßte, ward gegründet. Übri-gens denkt man sich diesen langen Krieg sehr irrig, wenn man glaubt, daß bei denimmer neu entstandenen Unruhen die ganze Nation wider Karl aufstand. DerSachsentheil am linken Weserufer unterwarf sich nach dem ersten Siege Karls,und empörte sich seitdem nicht wieder; aber Karls Beamte und Priester regiertenunsanft, und ein großer Theil der Unterdrückten zog aufs rechte Weserufer undgriff von dort aus die Franken und seine eignen Landsleute an, die nicht hatten aus-wandern wollen. Als, nach vielen Niederlagen und S ieger, über die Ausgewandertenund über die Bewohner des rechten Weserufers, auch dieses Karl den Großen undsein fränkisches Besatzungsrecht hatte anerkennen müssen, waren eü wieder ausge-wanderte Priester und Edle, die vom rechten Elbuser aus den Kampf erneuertenund lange Jahre fortsetzten, auch die ruhigen Wehrenbesitzer in den Krieg mit ver-wickelten. Durch die Verpflanzung vieler tausend besonders unruhiger überelbi-scher Familien in die Picardie und durch die Versorgung der übrigen mir herrenlo-sen Wehren, machte Karl sie endlich seßhaft, erlaubte ihnen, sich selbst zü regieren,und hatte nun Friede. Doch das fränkische Deutschland erhob sich zu einem selb-ständigen Reiche, als Karls Söhne nach heftigem Kampfe die ungeheure Erbschafttheilten. Lo ward Ludwig (der Deutsche ) durch den Vertrag von Verbun derCoiiversaliviis-Lexico». Bd. Ist. 1^