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Doge Dogmatik
der Theologie und 2. Pros. der Theol. am 2. Dec. 1792 starb. Um die Exegese desA. Test., Dogmatik und Moral erwarb sich D. große Verdienste. Sein „Jesaias"ward schon bei s. ersten Erscheinung 1775 (3.AuSg. 1789) mit großem Beifall auf-genommen. Leine „SprücheSalomoniS" (1778) galten, vor der Erscheinung derZiegler'schen Bearbeitung, als die beste praktische Erklärung dieses Buchs. Durcheinige in Altorf studirente Ungarn bewogen, arbeitete er 1780 s. Dogmatik („In-«tl ti, !>« ilieol.eln isl.'O auS, in welchen, I. erauch die „Theol . Bibliothek" heraus-zugeben anfing. AlsDogmatikerwar er im südlichenDeutschland derErste, welchervon dem ältern Lehrsysteme bedeutend abging, streng in derWahl derBeweisstellennach einer gründlichen Exegese verfuhr, reichhaltig in Anführung der verschiedenenältern und neuern Meinungen, bündig und behutsam in der Beurtheilung. JedemLehrsätze der Dogmatik fügte er die Geschichte der Entstehung und Ausbildung dessel-ben in gedrängter Kürze bei, und bewies auch dadurch s. kritische Bekanntschaft mitdeui Kern der Literatur in der dogmatischen Theologie und Philosophie. Sein Eom-pendiuni der christlichen Moral zeichnete sich durch Unifang, Auswahl, Gedanken-fülle und praktische Anleitung zum Gebrauche derselben für Prediger aus. Auch s.Vorlesungen waren sehr praktisch und empfahlen sich durch einen anziehenden Ver-trag. Als Prediger stickte er besonders Rührung zu erwecken. Sonntags Nach-mittags unterhielt er ein Predigerinstitut bei sich, wo jeder von den anwesenden Stu-direnden kritische Bemerkungen über eine Predigt mittheilte, welche Döderlein mitbewundernswürdiger Treue des Gedächtnisses nicht nur wiederholte, sonder» auchmit ungemeinem Sckarffinn beurtheilte. S. Hänlein'S und Ammon's „Neuestheol. Journal", 1. Bd., 1. St., und Schlichtegroll's „Nekrolog", 1792. 11.
Doge, Name des Oberhaupts in den ehemaligen italienischen FreistaatenVenedig und Genua (s. dd.). Er ward aus dein Adel, in dessen Händen dieRegierung war, erwählt. In Venedig bekleidete er seine Würde lebenslang,in Genua 2 Jahre. Seine Mackt war sehr eingeschränkt.
D o g in a, 1) Lehrsatz, Lchrmeünmg, nach A. ein synthetischer Sah in derPhilosophie, der die Gewißheit in sich selbst, seinem Inhalte nach. trägt. DieKänt'sche Philosophie leugnet letztere, weil die reine Vernunft nickt über Begriffehinausgehe. 2) Ein Glaubenssatz, eine Glaubenslehre in der Religion; daherdogmatisch, die Glaubenslehre betreffend.
Dogmatik, die wissenschaftliche oder systematische Darstellung der christ-lichen Glaubenslehren (Dogmen). Sie sammelt die in den heiligen Büchern einzelnund zerstreut vorgetragenen religiösen Ideen, entwickelt und beweist dieselben undverbindet sie zu einem Ganzen. Wer diese wichtige und sckwere philosophische Wis-senschaft mit Erfolg behandeln will, muß ebensowol der Auslegungkkunst als auchder Philosophie kundig sein. Den ersten Versuch, die christl. Glaubenslehre voll-ständig und zusammenhängend vorzutragen, machte der Kirchenvater Qrigenes im3. Jahrh., welchem Aur. AugustinuS im 4., Jsidorus Hispalenfis im 6. und Johan-nes von Damascus (s. Dainascenus) im 8. Jahrh, nachfolgten. Die Schola-stiker im Mittelalker stellten zwar scharffinnige Untersuchungen über Gegenstände derchristl. Glaubenslehre an, verfielen aber auf spitzfindige Fragen und überluden dieseWissenschaft mit unnützen Feinheiten. Daher die ungünstige Nebenbedeutung desDogmatischen. Unter den Protestanten schrieb zuerst Melanchthon ein mit Rechtnoch geschätztes Lehrbuch der christl. Glaubenslehre. Seit dem vorigen Jahrh, be-sonders ward diese Wissenschaft von den protest. Theologen mit vielem Erfolg bear-beitet. Nach de Wette'S „Dibl. Dogmatik" (1813 u. 1814), erschienen Wegschci-der'S lniitiiut. tlx-oln^." (6. A., 1829), Twesten'S „Vorles. über die Dogmatikder evang.-luth. Kirche" (Hamb . 1826 fg.), des vest. Knapp „Vorles. über diechristl. Glaubenslehre w. von Thilo (Halle 1827, 2 Thle.), und A. Hahn s„Lehrbuch des christl. Glaubens" (Leipz. 1828). R.