334 Domremy la Pucelle Donau
zen Saale versammelt, wo für jeden ein Sarg mit s. Namen stand; darauf öff-neten sich plötzlich die Thüren, eine Wchar nackter, schwarz gefärbter Personen,mit bloßen Schwertern und brennenden Fackeln trat herein und umtanzte die Er-schrockenen, bis der Kaiser sich an ihrer Todesangst genugsam geweidet hatte undsie wieder entließ. Die Furcht, in welcher der Tyrann unaufhörlich schwebte, ver-mehrte s. Grausamkeit. Da führte ein Zufall s. Gemahlin, der verruchten Do-mitia, einen Zettel in die Hand, auf welchem, nebst vielen neuen Schlachtopfern,sie selbst und die beiden Anführer der prätorianischen Cohorte verzeichnet waren.Diese Entdeckung bewog sie, sich gegen ihn zu verschwören und ihn in seinem Zim-mer (96) zu ermorden. Er hatte 15 Z. regiert und war 45 Z. alt geworden.D. hat zu Rom den prachtvollsten Tempel erbaut.
Domremy la Pucelle , Geburtsort der Ieanne d'Arc (s.d.),ein kleines Dorf im franz. Departement der Vogesen (WaSgau), nicht weit vonder Stadt Daucouleurs (im MaaSdepartem.), in einer.fruchtbaren Gegend, diegute Viehzucht hat. Hier zeigt man noch das Haus, in welchem das begeisterteHirtenmädchen geboren wurde. Nahe bei demselben ist das von dem Präfectendes VogesendepartementS ihr errichtete Denkmal, mir ihrem Brustbilde vonMarmor, das am 10. Sept. 1820 feierlich eingeweibt wurde. Dabei befindet sicheine Schule zum unentgeltlichen Unterrichte junger Mädchen. S. die Beschreibungin der „l l l>t. »biedre clu lu via et OlkS cxnlvlts ile Oruime <l',Vrc, var Oullois"(1821, Fol., m. Kpf.).
D o n a t i st e n, die Anhänger des DonatuS, eines numidischen Bischofs,der wegen seiner 311 bei einer streitigen Bifchofswahl geltend gemachten Weige-rung, die Traditoren, d. h. solche Geistliche, welche während der Verfolgungendie heil. Bücher an heidnische Obrigkeiten ausgeliefert hakten, für amtksähig an-zuerkennen, mit s. Freunden aus der Gemeinschaft der römischen Kirche trat undeine eigne Sekte stiftete, welche gefallene Christe», wenn sie auch schon getauft wa-ren, nicht ohne Wiederlaufe aufnahm. Diese S chismaiiker herrschten in den christk.Provinzen von Nordafrika und zählten im I. 330 schon 112 Bischöfe ihres Be-kenntnisses. Noch erhöht wurde ihre Strenge durch die Beobachtung des novatia-nischen Grundsatzes, Abgefallene oder grobe Sünder überhaupt auszustoßen, unddie vollkommenste UnbescbolkenheitdeS Glaubens und Lebens ihrer Lehrer und Glie-der für das wesentlichste Merkmal der wahre» Kirche zu erklären, ohne das der heil.Geist nicht in ihr herrschen könne: eine Behauptung, welche später in das kathol.Dogma von der alleinseligmachenden Kircbe überging. Furchtbar machten sich dieDonatisten durch die von ihnen aufgewiegelten Schwärme fanatischer Bauern, dieum 348 u. d.N. der Circumcellionen das zu ihrer Bekehrung eingedrungene kaiserl.Heer angriffen, und in Mauritanien und Numidien 13 Zahre hindurch das Landmit Plünderung, Mord und Selbstmord verheerten; denn das Märtyrerthumwurde von ihnen eifrigst gesucht, und sie ließen sich von den Katholischen freiwilligumbringen. Diese im 4. und 5.Zahrh. blühende Sekte fand ihren Untergang, alsjene Provinzen von den Saracenen erobert wurden.
Donatu s(ÄliuS), römischer Sprachlehrer und Tommentator (z.B. überTerenz), lebte im 4. Jahrh, nach Chr. Er schrieb ein Elementarbuch der latein.Sprache „veoclo >>-,rtibu8l»:,tic»u5", welches im Mittelalter bei dein lateini-schen Sprachunterrichte zum Leitfaden diente. Erst in neuern Zeiten ward es durchzweckmäßigere Sprachlehren verdrängt. Eü war eins der ersten Bücher, welcheGuttenberg druckte. — Donat nennt man im Lcherz jede lateinische Sprach-lehre für Schulen, und Donarschnitzer Fehler wider die ersten Regeln derSprachlehre.
Donau , d. i. tiefes Wasser, ein deutscher Fluß, den die Römer, von seinen