Drcodei, (Mcngg'ö Sanunl. Kupftrstichcab. Porzellunsamml) 8"3
Urbild zugleich mit 3 antiken Wiederholungen. Dieser Satviisk, dessen zarteWstlenbewraungen mit dem Liebreiz undRosenschimmer ewiger Jugend übergössensind, ist der >ckke Llkratos, der Mundschenk des Bacchus. Zwei schöne Amorge-bilde, im sjberzang zum Knabenalter, das lieblichste Erosköpfchen, eine herrlicheGruppe von Amor und Psyche, die in den antiken Theilen selbst dem capitolinischenGegenbilde nicht nachsteht. Viele schöne jugendliche Athleten, hierunter vor allender herrlich e Athletentronk, ehedem als Mercur ergänzt, aber auf des Ritters Ha-milron Antrag seiner Ergänzung entlastet, das Kleinod der Sammlung, und über-haupt eins der trefflichsten alten Kunstwerke, dem Kenner, wegen des herrlich über-kleideten Muskelspieles, gleich nach dem Fechter des Agasias den Preis zuerkennen.Zur letzten Kunstepoche des griechischen Streben« unter den Römern gehören, indem sogenannten Gladiatorensaake, 4 gewaltige Kämpfer über Lebensgröße, invor-gebogcner Stellung, voll gediegener Lebenskraft; ein kolossaler Antinous-Bacchusund ein treffliches Antinousbruststück auf einem Apollotronk. Einzig aber unterallen Kunstschätzen, selbst der reichsten Sammlungen, stehen im herculanischenSaale die 3 Frauenstatuen, deren edler Ausdruck und schöne Draperien sie zu wah-ren Kunstidealen erheben; man nannte sie sonst fälschlich Vestalinnen; die grö-ßere ist eine Matrone, die zweite eine Jungfrau, und die dritte eine Wiederholungder letztem. Unter dem Namen: die Herculanerinnen, sind sie berühmt; sie ge-hören zu den ersten 1106 entdeckten Spuren der verschütteten Stadt. Viel Treff-liches findet man unter den einzelnen Köpfen und Büsten, sowie auch unter denvielen klemm Bildwerken in Bronze. Unter den neuern Bildwerken sind mehreStatuen von Giovanni di Bologna, Bernini, Algardi und Donner nicht zu über-sehen.— 5) Die Vammlung Mengs'scher Gypsabgüsse. Der jächs.Künstler, Rasael Mengs, einer der Ersten, die in der aufblühenden Kunstperiodeder neuesten Zeit Sinn und Gefühl für die reine Schönheit der Antiken hatten, ließunter seiner besondern Aufsicht in Rom und andern Städten Italien « Gypsabgüssevon allen merkwürdigen alten Kunstdenkmalen machen. Er verfuhr dabei mit derstrengsten Genauigkeit. Ein Exemplar dieser Abgüsse kam nach Madrid , weilMengs Hofmaler Karls III. war und die Kunstakademie im Escorial einrichtete.Das zweite vollständigere und für die Kunstgeschichte wichtigere behielt der Künstlerselbst, von dessen Schwester, Mad. Maron, der König Friedrich August es kaufte.1192 wurden diese Nachbildungen in einer hochgewölbten, einfach und schön ver-zierten Halle im Erdgeschoß des ehemaligen Stallgebäudes zweckmäßig aufgestellt,und Kunstfreunden fowol als studirenden Künstlern geöffnet. Alle wichtige Denk-male antiker Kunst findet man hier vereint. Junge Künstler studiren hier vornAnsang des Mais bis zu Ende Sept. Fremden wird die Sammlung von deinDberaufseher oder dem Infpector, auf besondere Erlaubniß auch wol, jedoch nursehr selten, bei Fackelbeleuchtung gezeigt. — 6) Das Kupferstichcabinet ineinem Pavillon desZwingergcbäudes. Diese Sammlung, welche August II. an-legte, sein Nachfolger aber und der jetzige König bedeutend erweiterten, und die fort-dauernd vermehrt wird, enthält die seltensten Kupferstiche und Handzeichnungender größten Meister aus allen Schulen. Das Ganze (200,000 Bl.) ist in 12 Classeneingetheilt, welche kunstgeschichrlich geordnet sind. Künstler können, während desSommers, das Cabinet Dienst, u. Freit, von 9 — 12 Uhr Vormitt. benutzen. —1) Die Porzellansamm lung. In 18 Gemächern des Erdgeschosses im ja-panischen Palaste wird eine reichhaltige, für den Technologen und Kunstfreundmerkwürdige, Sammlung v»n chinesischem, japanischem, ostindischem und meiß-nischem Porzellan aufbewahrt. Der Werth dieser Sammlung, deren Inhalt einVerzeichnis von 5 Foliobdn. füllt, wird auf mehre Millionen geschäht, und dieSammlung von asiatischem Porzellan ist jetzt einzig in Europa . Unter dem ostin-dischen sieht man mehre Vasen und viele Stucke von dem uralten Schlangenpor-