Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
378
JPEG-Download
 

Drucker

Druiden

318

Anziehung Druck entstehen. Man pflegt die bewegenden Kräfte überhaupt durchGewicht auszumessen, die einen gleichen Druck hervorbringen. So sagt man, derDruck der Luft auf eine Fläche von einem pariser O.uadralfuß betrage 22>jO Pfund,d. i. die Fläche werde von der Luft ebenso stark gedrückt, als sie von einem Gelwichtevon 22 tO Pfund würde gedrückt worden sein, wenn sie die Unterlage desselbengewesen wäre. Übrigens pflanzt sich der Druck von einem Theile des Hindernis-ses zum andern fort, lind zwar bei festen Körpern bloß nach solchen Richtu ngen,welche niit der Richtung des Drucks selbst gleich laufen. Sonst unterscheidet manauch Druck von Stoß dadurch, daß der erstere eine Wirkung der Schwere, letzterereine Wirkung der Bewegung des einen andern berübrenden Körpers sein soll.

Drucker, in der Malerei, die Anwendung Heller und glänzender Farben,um gewisse Stellen stärker und in das Augen springender zu machen. Das An-bringen derselben gründet sich auf die Beobachtung, daß helle Farben einen Ge-genstand hervortretender, dunkle zurückweichender machen. Da nun die Malereirunde Körper auf Flächen darzustellen hat, so sieht man, wie wichtig für siewohlangebrachte Drucker sind. Nicht aber bloß die gehörige Rundung, sondernauch die richtige Beleuchtung wird dadurch bewirkt; denn das Licht beleuchtetjederzeit die hervorragendsten Theile eines Gegenstandes am meisten. Der Ma-ler macht mithin durch die Drucker zugleich die Schaktenniassen, Übergängeund Halbschatten geltend, und bringt durch sie Haltung in sein Gemälde. Eineigner Kunstausdruck ist noch das Blicken und Drücken, d. h. die LichterHeller, die Schatten dunkler machen. Man blickt ein fertiges Gemälde auf,indem man die Lichter mit einigen Pinselstößen von einer noch glänzendemFarbe erhöht, wodurch diese Partien sich noch mehr hervorheben.

Druckwerk, eine Maschine, welche vermittelst des Drucks das Wasserin die Höhe treibt. Sie besteht aus einer Pumpe, in welcher das in den sogenann-ten Stiefel hineingetretcne Wasser durch die Gewalt des Kolbens in andre, mitdem Stiefel seitwärts oder auch oberwärtö verbundene Röhren getrieben wird. Diegemeine Wasserpumpe (s. Pumpe) ist ein Druckwerk. Man bedient sich derDruckwerke, theils allein, theils in Verbindug mit Saugwerken, zu mancherleieinfachen und zusammengesetzten Maschinen, um das Wasser aus der Tieft indie Höhe zu heben. So sind die Feuerspritzen nichts Andres als Druckwerke,und zwar meist doppelte. — Druckpresse, s. Schnellpresse.

Druiden, Priester der Celten oder Galen. Sie machten wie die Bra-mtnen in Indien , mit denen sie viel Verwandtes haben, eine eigne Kaste aus undstanden gleich diesen in dem größten Ansehen, indem sie zugleich die Gelehrten undPhilosophen dieser Völker waren, und selbst auf die Regierung des Staats dengrößten Einfluß hatten. Julius Cäsar liefert uns die meisten Nachrichten vonihnen. Nach ihm besorgten sie alle öffentliche und Privatopfer, erklärten die Grund-sätze ihrer Religion, theilten alle Arten von Belohnungen aus, saßen in bestimmtenZeiten des Jahres zu Gericht und bestimmten die Strafen für begangene Verbre-chen. Wer sich ihren Entscheidungen widersetzen wollte, gegen den verhängten sie dieStraft des Bannfluchs, wodurch er von der Theilnahme am Gottesdienste ausge-schlossen ward. Selbst über ein ganzes Volk konnten sie diese Acht aussprecben.Überhaupt hatte ihre Macht keine bestimmte Grenzen. Sie wählten in jeder Stadtdie höchsten Obrigkeiten, und diese durften Nichts ohne ihren Rath und ohne ihreBeistimmung unternehmen. Don allen Lasten und Abgaben waren sie befreit.Der Unterricht, sowol in religiösen als in andern Kenntnissen, die Kriegskunst alleinausgenommen, war ausschließend in ihren Händen. Sie ertheilten ihn mündlichin Versen, die oft einen geheimen Sinn hatten, und pflanzten ihn im Gedächtnißfort. Nach Cäsar glaubten sie die Unsterblichkeit der Seele und die Wanderung der-selben in andre Körper. Außerdem gaben sie Unterricht über die Natur und Bewe-