Band 
Dritter Band. D bis E.
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Drusen Drüsen

gung der Gestirne, über die Größe der Welt und der Erde, über das Wesen derDinge und die Macht der Götter. Auch übten sie die Astrologie, Zauberei undWahrsazerei. Nach PliniuS waren sie auch in der Naturlehre und Arzncikundenicht unerfahren. Die letztere aber verunstalteten sie durch Aberglauben. Mcrk-würd ig ist ihre Meinung von der heiligen Mistel (eine Schmarotzerpflanze, welchenicht in der Erde, sondern nur auf andern Bäumen, besonders auf der Eiche wächstund noch jetzt als ein heilsames Mittel wider die fallende Sucht gerühmt wird),welche sie als das Heiligste in der Natur und als eine Universalarznei ansahen,sowie sie überhaupt die Eiche für heilig hielten und von ihr den Namen er-halten haben sollen. Die Druiden hatten ein gemeinschaftliches Oberhaupt,das durch Stimmenmehrheit aus ihrer Mitte gewählt wurde und seine Würdelebenslänglich behielt. Ihr Hauplsitz war in Britannien. Die druidischen Tem-pel, deren einer bei Carnac in England liegt, haben viel Ähnlichkeit mit denindischen. S. „Über die Druide» der Celten und die Priester der alten Deut-schen", von C. C. Barth (Erlangen 1826). — Druidenfuß (auch Trutenfußdurch Verstümmelung) nannte man sonst ineinanderverschlungene Dreiecke.

Drusen, Völkerschaft in Syrien, in den Gebirgen des Libanon und Anti-libanon , welche einen Bezirk von ungefähr 55 (IM. bewohnt und aus 166,000Einw. besteht, worunter 10,000 waffenfähige Männer. Ihre angebliche Abstam-mung von Franken, die zur Zeit der Kreuzzüge in jene Gegenden gekommen, isteine Fabel. Ihr Name kommt von einem ihrer Religionslehrer her. Zu Ende des16. Jahrh, fing dieses kleine Volk an, in Europa Aufsehen zu erregen, besonderswegen der Religion, aus welcher sie ein großes Geheimniß machen. Die unter derErde verborgenen heil. Bücher der Drusen sprechen Grundsätze aus, die ihre Urhe-ber als die berechnetsten Egoisten brandmarken und die Menschheir entehren. DerLaie, der von diesen Büchern zufällig Kenntniß erhält, wird mit dem Tode bestraft.Diese sind ein Gemisch der sadducäischen, samaritanischen und mohammedanischenReligionssekten. Die Drusen hakten zeikher unter mehren Sheiks oder Herren ge-standen; ein gewisser Ibrahim aber wußte sich zu ihrem alleinigen Oberhaupte zumachen, bekam dadurch die ganze Macht seiner Nation in die Hände und ward aufdiese Art den Türken gefährlich. Im Anfange des 17. Jahrh, erreichten die Drusenunter dem berühmten Emir Fakreddin (gewöhnlich Fakkardin) den höchsten Gipfelihrer Macht; allein dieser wurde 1631 zu Konstantinopel strangulier, und ob-gleich man ihnen andre Fürsten gab, so kamen sie doch nie wieder zu ihrem vori-gen Ruhme. Zwar versuchten sie 1773 noch ein Mal, in Vereinigung mit denRussen, sich frei zu machen; allein sie mußten bald in das vorige Verhältniß mit denTürken zurückkehrend Sie stehen jetzt unter Emirn (Fürsten ), und diese wieder un-ter einem Großemir, sind der Pforte zinsbar, aber fast ganz unabhängig, und trei-ben Feld-, Wein - und Seidenbau. In Ansehung ihrer Religion theilt man sie inWeise (Akales, Gelehrte oder Eingeweihte) und in Weltliche (Djabel oder Laien,Unwissende, Uneingeweihte); sie haben keinen öffentlichen Gottesdienst, sondernbesuchen christliche und mohammedanische Kirchen, haben aber eigne Symbole undgotteSdienstliche Personen, und nähern sich übrigens den Christen am meisten.

Drüsen, 1) im thierischen und menschlichen Körper, weiche, lockere Theilevon glatter, ovaler oder länglicher Form und verschiedener Größe. Sie bilden 2Classen. Die absondernden (znsammengehäuften) sind aus einer Menge kleiner,rundlicher Körper zusammengesetzt, die entweder aus kleinen hohlen Säckchen, oderaus einer Verwickelung von zarten Äderchen gebildet werden, und eine besondereFlüssigkeit absondern, welche sich in mehren Canälen, und zuletzt in einem AuSfüh-rungscanale sammelt und zu weiter», Gebrauch ausgeleert wird'. Hierher gehörendie Speicheldrüsen im Munde, die große Magenspeicheldrüse (Pankreas), die Brust-drüse, die Schleimdrüsen in der Luftröhre u. s. w. Die andre Classe besteht aus