Band 
Dritter Band. D bis E.
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Carl

Ebbe und Flut

Earl, ein alter, jetzt die 3. Stufe des englischen hohen Adels bezeichnenderTitel, aus dem dänischen Iarl entspringend, welcher mit den Dänen nach Englandkam, und sich, indem er den sächsischen .Ildermann (b.->I>I,>rn>.'>,,) verdrängte, dorterhalten hat. Er bezeichnete zuerst einen Vorsteher eines größer» Districrs (einesKreises, Shire); nach der normannischen Eroberung wurde er StandesauSzcich- §nung auch ohne Amt, besonders unter König Stephan (1135 — 51). Hein-rich I I. machte zwar noch den Versuch, diese bloßen Titulargrafen wieder abzuschaf-fen, allein im Gegentheil kamen die wirklichen Grafen als oberste Beamte einesKreises außer Gebrauch, und die Würde der Earls erhielt sieb als die erste Stufedes hohen Adels, bis unter Eduard III. die Herzoge, und unter Richard II. dieMar-quis (der erste war Robert de Vere Earl von Oxford 1385) hinzukamen. 37.

klun (l e tl »Inpne, Kölnisches Wasser, eine Waste! helle, angenehm triechende, geistige Flüssigkeit, welche theils des Wohlgerucbs wegen, theils zur Auf-regung der Nervenftinckionen gebraucht wird. In dem letzter» Falle werden einigeTropfen davon auch innerlich genommen, gewöbnlich aber riecht man bei Ohnmach-ten, Schwächen rc., au Tüchern, welche damit befeuchtet sind, und reibt es in dieSchläfegegend, oder auch in andre Stellen, welche schmerzhaft sind, ein. DiesMittel wird aus Weingeist und aromatischen Kräutern oder flüchtigen Ölen sehrverschieden bereitet. — II u u -l o 1. u o e ist eine Verbindung von Bernsieinöl undflüchtigem Alkali (->,»,»c>n. Ilguick.). Es muß weiß wie Milch, ein wenig dicksein, und sich gleichmäßig erhalten. Der Geruch desselben ist stark und durchdrin-gend, der Geschmack scharf und beißend. Diese Eigenschaften lowol als auch denNutzen, den es hat, verdankt es dem Ammonium. Man trägt es in kleinen, wohl- .verwahrten Fläschchen bei sich und gebraucht es bei Ohnmachten als Riechmittel. ^Außerdem reibt man es bei Lähmungen und Rheumatismen ein und bedient sichdesselben auch gegen die Stiche der Insekten und Vipern.

Ebbe und Flut, die Bewegung des Meeres, vermöge deren das Wasserdesselben täglich 2 Mal zu bestimmten Zeiten steigt und fällt. Das Steigen wirddie Flut, das Fallen die Ebbe genannt. Durch das heraufsteigende Wasser wirdbei der Flut das Fließen der Ströme nicht nur an ihren Mündungen, sondern aucheine ansehnliche Strecke herauftr'ärtS gehemmt. Das Steigen sowol als das Fal- tle» erfolgt allmälig. Die größte Höhe erreicht es ungefähr 6 Stunden nach derZeit, in welcher es die größte Tiefe hatte, und umgekehrt. Ebbe und Flut folgenalso ungefähr von 6 zu 6 stunden regelmäßig auf einander. In den großen undtiefen Meeren, besonders zwischen den Wendekreisen, steht das Wasser in solchenGegenden, wo nicht Nebenumstände die Sachen ändern, am höchsten, etwa 3

5 iiinden darauf, nachdem der Mond durch den Mittagskreis des OrkS gegangenist. Diesen höchsten Stand nennt man hohe und volle Eee. Wenw das Wassereinige Minuten gestanden hat, sängt eS an westwärts abzulaufen, und erreicht nach

6 Stunden s. niedrigsten Stand, welcher die tiefe See heißt. Es dauert ebenfallsnur einige Minuten, worauf das Wasser von Osten her wieder herzuströmt.Dieses Wechselsweise Steigen und Fallen dauert unaufhörlich fort, doch mitdem Unterschiede, daß die hohe Flut den folgenden Tag um 49 Minuten spä-ter als am vorhergehenden eintritt, sowie auch der Mond jeden Tag um 49Minuten später durch den Mittagskreis geht. An solchen Orten, wo die Be-wegung des Wassers nicht durch Inseln, Vorgebirge, Meerengen rc. gehindertwird, zeigt die Ebbe und Flut drei regelmäßige Veränderungen: eine tägliche,monatliche und jährliche. Aus allen Erscheinungen ergibt sich, daß Ebbe undFlut von dem Einflüsse des Mondes und der Sonne auf unsern Erdkorper her-rühren. Dies erkannten schon die Alten, deren Kenntniß aber noch nicht so voll-ständig sein konnte als die unsrige, seit man diese Erscheinung in so vielen Meerenund namentlich im Weltmeere beobachtet hat, während sich ihre Beobachtungen