418
Eben
Ebeling
Ebeling (Christoph Daniel), geb. 1741 zuGarmissen im Hildesheimischen,studirlc zu Göttingen von 1783 — 67 Theologie, besonders Kirchengerichte undExegese, welche ihn zu einem genauen Studium der orientalischen Sprachen, be-sonders der arabischen, führte. Aber ebenso sehr beschäftigte ihn die politische Ge-schichte, die class. Literatur der Griechen, Römer und Engländer, und das Studiumder schönen Wissenschaften, um welches er endlich der Theologie ganz entsagte. Umsich ein andres Fortkommen zu verschaffen, ging er als Hofmeister nach Leipzig undnahm 1769 eine ihm angebotene Stelle an der von dem Commerzienralhe Wurmzu Hamburg gesiist. Handlunqsakademie an. Weil es damals an guten Handbü-chern zur Erlernung neuerer Sprachen fehlte, so gab er, zunächst für die HandlungS-akademie, 1773 s. „Vermischten Aufsätze in englischer Prosa" heraus, welcheüAufl.erlebt»», und denen er ähnliche Handbücher für die italien., sranz., spanische undholländ. Sprache folgen ließ. Aus gleichen Ursachen warf er sich immer mehr indie geographischen Studien und lieferte Übersetzungen vieler, besonders engl. Reise-beschreibunaen. Bald aber wußte er sich, begünstigt durch die Verhältnisse Ham-burgs , der Handelsakademie und des Büsching'schen Hauses, noch nähere Quellengeographischer Nachrichten zu öffnen. Besonders beschäftigten ihn England, Spa-nien, Portugal und Amerika , namentlich die nordamerikanischen Freistaaten. Sokonnte er bei der neuen AuSg. der großen Büsching'schen Geographie die Bearbei-tung von Portugal und den verein, nordamerik. Staaten übernehmen. Theils dielange Unterbrechung des Verkehrs mit dem Auslande, theils derWunsch des Verfs.,s. Werke die erreichbarste Vollkommenheit zu gebe», waren Ursachen des langsamenForrschreitens dieser Arbeit. Was aber vollendet ist, s. Hauptwerk: „Erdbeschreib.und Geschichte von Nordamerika" (Hamburg 1793 — 99, 5 Bde.) wird mit Rechtals ein Meisterstück betrachtet. Nicht allein in Europa hat man dieses anerkannt,sondern mehr noch in den nordamerikanischen Staaten selbst. Fast alle gelehrteGesellschaften dieses Landes haben sich beeilt, Ebeling unter ihre Mitglieder aufzu-nehmen, der Congrcß hat ihm förmlich gedankt u. s. w. Nach Wurni's Abgängevon der Handelsakademie hatte Büsch mit E. gemeinschaftlich die Leitung dieserAnstalt übernommen, und sie gaben die „Handlungsbibliothek" heraus. 1784 wardE. zum Pros. der Geschichte und der griech. Sprache am Hamburger Gymnasiumernannt, späterhin erhielt er auch die Aufsicht über die Hamburgische Stadtbibliothek.Beiden Ämtern har er bis zu s. Tode (30. Iun. 1817) rühmlichst vorgestanden.Die Bibliothek hat er erst geordnet, u. dadurch ihr die rechte Brauchbarkeit gegeben.Fast für alle gelehrte Zeitungen Deutschlands hat er im geographischen und den ver-wandten Fächern gearbeitet. wie er in frühern Zähren eine Geschichte der deut-schen Dichtkunst für das „Hanöv. Magazin" geschrieben, und die vonFrdr.Nicolaiherausgeg. „DeutscheBiblivthek" mit vielen Beiträgen unterstützt hakte, so besorgteer späterhin den gelehrten Artikel in der „Neuen Hamburger Zeitung". Zu bewun-dern ist es um so mehr, daß ein offener, freudiger und freundlicher Sinn, der ihn zudem angenehmsten Gesellschafter machte, diesen Mann nie verließ, da er fast 30 Z.lang an einer Harthörigkeit l>tt, die nach und nach fast zur vollkommenen Taubheitwurde und ihn des Genusses der Tonkunst beraubte, welche er fast leidenschaftlichliebte, und in der er sich nicht gewöhnliche Kenntnisse erworben hatte. Er hinterließ2Sammlungen, die vielleicht einzig in ihrer Art sind: eine Landchartensammlungvon 9 — 10,000 St. und eine Amerika betreffende Bibliothek von mehr als3900 Bdn., welche 1818 durch einen Freund der Wissenschaften, Zsrael Thore-dino, zu Boston in Amerika erstanden und dem Harvard-College daselbst ge-schenkt worden ist. 6 — c.
Eben (Friedrich Baron v.), seit 1821 General im Dienste der RepublikColombia, geb. 1773 zu Kreuzburg in Schlesien , stammt aus einer 1227 geadel-ten Familie, welche 1600 die Freiherrnwürde erhielt, und sich auch Eben und