Band 
Dritter Band. D bis E.
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Eberhard im Bart 423

lieh die Theilung für Land und Familie geworden, welche jüngst unter s. Vater undOheim geschehen war. Daher schloß er fürs Erste mit s. Vettern, den Grafen derLinie von Neufen, so enge Bündnisse, daß jeder Krieg einer Linie von nun an eingemeinschaftlicher für beide wurde; dann verhinderte er das Zerstück 'sn in nochmehre Theile, vereinigte endlich beide Halsten unter s. Person wieder zu EinemGanzen durch den mit s. Vetter, dem jüngern Eberhard, 1482 zu Münsingen ge-schlossenen Vertrag, und machte Untheilbarkeit des Landes auf ewige Zeiten zumLandes- und Familienarundgesetz. Eine Reihe von fernern Verträgen änderte undbestätigte endlich diese Verordnung, deren Garantie Kaiser und Reich selbst, bei derfeierlichsten Veranlassung, der Erhebung der würtemberg. Besitzungen zum Her-zogthum, über sich nahmen. Weil er aber in dieser Sache mit einem Manne zuthun hatte, wie jener jüngere Eberhard, auf welchen sich wegen s. Charakterlosig-keit durchaus nicht zu verlassen war, und um der Verordnung selbst mehr Kraft undFestigkeit zu geben, zog er die 3 Stände, Prälaten, Ritterschaft und Landschaft,in die Verhandlung, schloß die Verträge mit ihrer Einwilligung, und trug ihnenfür immer auf, darob zu wachen, daß sie gehalten würden. Desselben Eberhardswegen, der muthmaßlich sein Nachfolger war, kamen noch manche andre Bestim-mungen in jene Verträge, wodurch er ihm s. Fürstengewalt beschränkte, z. B. daßer Nicht« ohne s. Stände vom Lande veräußern, s. Unterthanen nicht mit ungewohn-ten Austagen beschwerlich fallen dürfe >c., welche dann späterhin zu eigentlichenStaatSgesetzen wurden, sowie die «Ltändeversammlungen überhaupt und Mitwir-kung derselben bei wichtigern Angelegenheiten des Staats hierdurch bei den Wür-kembergern in Übung kamen. Auf diese Art ist Eberhard un Bart zum Vater derständischen Verfassung s. Landes geworden. Durch die Städteordnungen aber,welche er den Hauptstädten Stuttgart und Tübingen gab, geschah zum ersten MalEtwas für eine gleichförmige Gesetzgebung; durch die Stiftung der Universität Tü-bingen 1417 zum erstenMal Etwas für höhere Bildung in Würtemberg. Obgleichman ihn selbst, einem Gebote s. Vaters gemäß, kaum Lesen und Schreiben gelehrthatte, fühlte er dennoch späterhin den edelsten Drang, sich als Mann noch auszu-bilden, ließ sich von Gelehrten, deren Umgang er liebte, manches Werk der Altenins Deutsche übersetzen, und schrieb manches Merkwürdige, das er gelesen und ge-hört hatte, selbst nieder. Doch wird ihm mit Unrecht die Übers, des Hitopadesa(Ulm 1473) beigelegt. Fromm, wie er war, wandte er viel Fleiß darauf, denUnordnungen in den Klöstern s. Landes vorzuveugen und dieselben so einzurichten,daß sie Muster an Tugend und Frömmigkeit für sei» übriges Volk würden. Die-sem Volke war er ein Varer; dafür bürgt jenes sein Rühmen vor Kaiser und Für-sten , daß er im dichtesten Walde im Schoß jedes s. Unterthanen sicher übernachtenkönne, dafür jenes naive Lob s. Volke«, daß, wenn der Vater im Himmel stürbe,nur Vater Eberhard ihn ersetzen könnte. Er liebte den Frieden; aber wenn s. Ehreund das Wohl des Staats es verlangten, griff er selbst gegen Mächtigere furchtloszu den Waffen. Gegen Kaiser und Reich erfüllte E, s. Pflichten, wie es einemwackern Reichsfürsten gebührte. Nie ließ er es weder an Geld noch an Mann-schaft fehlen, wenn die Ehre des Kaisers und Reichs es erfoderten; viel trug er zurErhaltung von Ruhe und Ordnung als oberster Hauplmann des schwäbischen Bun-des bei. Diese Verdienste erkannte Kaiser Maximilian >., und erhob ihn, ohnesein Suchen und Wissen, zum Herzog, und die unter ihm bereits wieder vereinig-ten Besitzungen der Familie diesseits des Rheins zum ewig unrheilbaren HerzogthumWürtemberg, auf dem glänzenden Reichstage zu Worms (1495. Es geschah da-durch nichts Befremdendes, denn längst waren die Grafen von Würtemberg denfürstlichen deutschen Häusern beigerechnet; lange vorher bei Leistungen für das Reichsogar den Kurfürsten gleichgehalken. Nur kurze Zeit genoß der Herzog die neueWürde; er starb im Febr. 1496, kinderlos. Einige Zahre »ach s. Tode erklärte