430
Eckstein
und wurde geplündert, so auch das mit Regensburg durch die steinerne Drücke ver-bundene Stadt am Hof, das die Franzosen in der Nacht zum 24. besetzten. DieAstreicher hatten auf den, nahen Berge an der Straße nach Böhmen eine Stellunggenommen, und schössen Stadt am Hof in Brand, um ihren Rückzug zu sichern.Napoleon , den am 23. eine matte Kugel leicht am Fuße gestreift hatte, erließ am24. einen Tagsbefehl, in welchem er verkündigte, die Frucht des fünftägigen Feld-zugs der 3 gewonnenen Schlachten bei Tann, Abensberg und Eckmühl, und derGefechte bei Freising, Landshut und Regensburg , seien 100 Kanonen, 40 Fahnen,50,000 Gefangene, 3 Pontons und 3000 Fuhrwerke; er sehte hinzu: „Binnen4 Wochen sind wir in Wien ". Davousi, Herzog von Auerstädt, erhielt den Titeleines Fürsten von Eckmühl. An dems. Tage hob Napoleon in Regensburg den deutschen Ritterorden in allen Staaten des Rheinbundes auf. — Größer nochwaren die strategischen Folgen des Kampfes bei Eckmühl und Negensburg. Deröstr. General Zellachich mußte München räumen, wo der König von Baiern am 25.wieder eintraf. Das östr. Hauptheer aber führte der Erzherzog Karl, durch dasCorps unter Bellegarde verstärkt, über Cham undWaldmünchm nach Budweis inBöhmen , worauf er dasselbe am linken Donauufer, am Fuße des Bisambergeö undimMarchfelde zu einen, glorreichernKampfe, der späterhin beiAspern undWagramstattfand, wieder aufstellte. Doch Wien konnte er nicht retten. Denn auf dem kür-zern Wege drangen Napoleons Heermassen auf dem rechten Donauufer, ohne denBolksaufstand in Tirol zu achten, über den Znn, dann nach mehren Gefechten,u. a. bei Tiktmanig, Salzburg, und vorzüglich bei Ebersberg , wo am 3. MaiHiller mit 35,000 M., darunter die tapfere wiener Landwehr, einen hartnäckigenWiderstand leistete und hierauf bei Krems und Stein auf das linke Donauufer sichzog, über die Ens nach Ostreichs Hauptstadt vor, die am 12. Mai mitCapitula-tion genommen wurde. Napoleon nahm am 13. sein Hauptquartier zu Schön-brunn. Vergebens suchte der Erzherzog bei Linz dem franz. Heere in den Rückenzu kommen. Die Würtemberger unter Vandamme und die Sachsen unter Berna-dotte warfen bei Urfar am 17. Mai das Corps von Collowrat mit Verlust über dieDonau zurück. Drei Tage nachher unternahm Napoleon selbst den Übergang überdie Donau , was die denkwürdigen Schlachten auf dem Marchfelde, die bei Asper-oder Eßlingen und die bei Wagram zur Folge hatte, wo Karls Feldherrntalent sichglorreicher bewährte als an der Donau bei Regensburg . Hört man den Vcrf. derSchrift: „Das Heer von Znncröstreich", so war vorzüglich die persönliche Uneinig-keit zwischen den 3 Hauptpersonen des Kriegsministeriums, zwischen dem F.-M.-L.Grafen Grünne, dem eigentlichen niilitairischen Ordner, zwischen dem technisch undwissenschaftlich gelehrten Gen.-Quartiermeister, G.-M. Mayer, der aber schon imFebr. 1809 als Commandant nach Brod verwiesen wurde, und dem Frecherm vonWimpfen , Generaladjutanten des Erzherzogs Karl (man kennt diesen Meinungs-zwist aus den Briesen des Fürsten de Ligne, des Grafen Grünne und des G.-Vd.Mayer) Schuld an der völligen Abänderung des Mayer'schen Planes der erstenAufstellung des Heers, nach welcher es von Böhmen auü vordringen sollte, sowiean der hieraus entstandenen Unentschlossenheit in den ersten Bewegungen, bei demdadurch verspäteten Ausbruche des Krieges. K.
Eckstein oder Epstein (Baron v.), geb. in Dänemark um 1785, trat1814 beim Einrücken der verbündeten Heere in Belgien öffentlich auf. Er war vonRom gekommen, und stand beim 3. Bataillon Lüßow unter Zahn's Befehl. Mehrwußte man von seinen frühern Verhältnissen nicht. Er beschäftigte sich damals,wie man behauptete, mit Versuchen, das Andenken der Bewohner des Landes andie alte Herrschaft aufzuwecken. Blücher fand diesen Eifer zu feurig und gabBefehl, den B. v. E. zu verhaften, der aber durch öftere Veränderung s. Aufent-haltes den preuß. Gendarmen entging. Erst als Blücher sein Hauptquartier nach