Band 
Dritter Band. D bis E.
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Eduard (Karl)

land, aufeinem Schiffe von 18 Kanonen, welches für 1500 M. Gewebre mitbrachte.Der Versuch gelangend er fand bei den mißvergnügten Großen in Schottland , diemit den ihnen unkerthänigenBergschottcn auf seine Seite traten, so viel Anhang, daßer bald an der Spitze eines kleinen Heeres stand. Er rückte mit diesem vor, schlugdie von Edinburg aus ihm entgegen gegangenen Engländer, eroberte die wichtigeStadtPerth, ließ sich daselbst zum Regenten von England, Schottland und Irlandausrufen, nahm Edinburg (19. Sept, 1745), wo er nochmals als Regent ausgeru-fen wurde und sich niit Ministern und Generalen umgab. Frankreich schickte ihmneue Unterstützungen. Am 21. Sept. 1715 schlug er bei Preston PanS ein CorpsEngländer von 4000 M. Die Gefangenen entließ er. Jetzt war sein Corps 7000M. stark; mit diesem rückte er weiter und berennte(am26.Nov.) Carlisle , das nach8 Tagen sich ergab und ihm viel Waffen lieferte. Nun ließ er seinen Vater zum Kö-nig und sich selbst als Regenten von England ausrufen, verlegte sein Hauptquartiernach Manchester und sah sich bald nur noch 20 Meilen von London , wo viele Freundeseiner harrten. Die schnellen Fortschritte dieses anfangs verachteten Feindes ließendie englische Regierung das Schlimmste befürchten, und es wurde ein Theil der inDeutschland stehenden Truppen zurückgerufen. Mangel an Unterstützung, Un-einigkeit und Eifersucht unter den Anhängern des Hauses Stuart, einige began-gene Fehler und die Übermacht der Engländer nöthigten den Prinzen E., sich imAnfange 1746 zurückzuziehen. Der Sieg bei Falkirk (23. Jan. 1746) war seinletzter. Er wagte endlich gegen den Herzog von Cumberland das Treffen bei Cullo-den (27. April 1746), in welchem sein Heer geschlagen und gänzlich zerstreut wurde.Der kaum errungene Thron war verloren, und der Prinz irrte lange in den Wild-nissen von Schottland umher, oft ohne Brot, denn 30,000 Pf. St. hatte man inLondon auf seinenKopfgeseht. Endlich fand ihn sein Vertrautester, Onell, ein schot-tischer Edelmann; in einem Kahne retteten sie sich von Insel zu Insel, von Höhlezu Höhle, unter tausend Gefahren, entdeckt zu werden; denn jeder Winkel wurdeunaufhörlich nach ihm durchsucht. So traf er bei Lochnarach eine der 3 franz.Fregatten, die man zu seiner Rettung abgesendet hatte. Am 29. Sept. 1746, nach5 schrecklichen Monaten seit dem Tage von Culloden, segelte er von Schottland abund kam, von Allem entblößt, zu Noseau bei Morlaix in Bretagne an. PrinzE. erhielt nun, durch die Verwendung der Marquise von Pompadour, eine jährl.Pension von 200,000 Livres auf seine Lebenszeit, und auch von Spanien eine Rentevon 12,000 Dublonen. Der aachncr Friedensschluß (1748) nahm ihm jede Aus-sicht auf den englischen Thron, und als er hörte,»daß seine Entfernung aus denfranz. Staaten ein Friedensartikel sei, so verleitete ihn seine Erbitterung hierüber zuden größten Ausschweifungen. Er mußte endlich unter Begleitung nach der italie-nischen Grenze gebracht werden. Nun ging er zu seinem Vater, Jakob III. , nachRom ; aber auch sein Verhältniß zum römischen Hose änderte sich nach seines Va-ters Tode (1. Jan. 1766). Seine oft lächerlichen Federungen, die er unter demNamen eines Grafen v, Albany wegen der Etiquette machte, zogen ihm unaufhör-liche Verdrießlichkeiten zu. Er ging nach Florenz , bis PiuS V I. ihn bei Verlust derPension, die er bezog, nach Rom zurückrief. Um sein Geschlecht nicht aussterbenzu lassen, vermählte er sich noch in seinem 52.1. (17. April 1772) mit einer Prin-zessin von Stolberg-Gedern. Aber sein rohes Wesen führte 1780 eine Trennungherbei. (S. Albany.) E. ergriff das gewöhnliche Rettungsmittel der Unglückli-chen, die mit der Welt zerfallen sind: er ergab sich dem Weine. So starb er am31. Jan. 1788 zuRom, im 68.1. seines Lebens, Drei Jahre vorher hatte er seinenatürliche Tochter aus Frank, eich zu sich kommen lassen, sie legitimirt und als Grä-fin von Albany aus königl. Machtvollkommenheit zu seiner rechtmäßigen Erbin er-klärt. Sein Leichnam wurde nach F, gscati gebracht und königlich begraben. Scepter,Krone, Degen, die engl. und scholt. Orden schmückten seinen Sarg, und sein einziger