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Egoismus Ehe
richten. E. starb 46 I. alt am 5. Juni 1563, mit dem Muthe des Helden. 'Derfranz. gesandte meldete dies Ereigniß seinem Hofe mit den Worten: „Ich habedies Haupt fallen sehen, das2 Mal Frankreich zittern machte!" BeiE.'sHinrichtungsank I ohanna Lavil, seine ehemalige Geliebte, vor Schmerz todt nieder. E. hattevorher an Philipp II. geschrieben: „daß er nie Etwas gegen die katholische Reli-gion unternommen und nie seine Pflichten als guter Unterthan verletzt habe"; aberman wollte ein schreckendes Beispiel geben. Philipp II. drückte sich hierüber so auö:„Er habe diese beiden Köpfe fallen lasten, weil ein Paar solche Lachsköpfe mehrwerth seien als mehre Tausende von Fröschen". E.'S Nachkommenschaft erloschin Procopiuö Franz, Graf v. Egmont, der General der Cavalerie des Königsvon Spanien und Brigadier der Armeen des Königs von Frankreich war und kin-derlos zu Fraga in Aragonien (1707) im 38. Jahre starb. S. I. I. de Cloet:„Irln^e lii^iorigne <tu uointe ll'ki^niont etc." (Brüstel 1825). —Maximilianvon Egmont, Graf v. Buren, General en Chef Kaiser Karls V., der sich in denKriegen gegen Franz I. auszeichnete, war von einer andern Linie.
Egoismus. Die Natur hat einem jeden Menschen die Selbstliebe einge-pflanzt. Dieser zufolge betrachtet er die Dinge in Beziehung auf sich,- inwiefernsie ihm angenehme oder unangenehme Empfindungen machen, ihm nützlich oderschädlich sind. Diese verabscheuet und meidet, jene hingegen liebt und sucht er.Aber aus Selbstliebe wird öfters Selbstsucht (Egoismus), wo das Verlangennach Befriedigung persönlicher Dedürfniste die herrschende Begierde wird, sodaßdie Pflichten gegen Andre und ihr Wohl nicht mehr herücksichtigt werden. Dergrobe, sinnliche oder thierische Egoismus hat die Befriedigung thierischer Bedürf-nisse zum Zweck, und ist verabscheuunqswerth, er mag nun offenbar oder un-ter dem Scheine der Bescheidenheit verborgen sein, weil er die Person tief ernie-drigt; der feinere betrachtet die höchsten Gegenstände der Menschheit als Genuß-mittel. Kant unterscheidet einen logischen, ästhetischen und praktischen. Der logi-sche Egoist, sagt er, hält es für unnöthig, sein Urtheil auch am Verstände Andrerzu prüfen. Er zeigt sich in Eigensinn und Parado.riensucht. Der ästhetische Egoistbegnügt sich mit seinem Geschmacke, wie sehr auch die Kritik ihn rechtmäßig tadle.Der moralische Egoist endlich ist der, welcher alle Zwecke auf sich einschränkt,der keinen Nutzen sieht, als in Dem, was ihm nützt (der Egoismus zeigt sichalso auch im Eigennutz, in der Herrschsucht :c.), auch wol, als Eudämonist, bloßim Nutzen und in der eignen Glückseligkeit den obersten Bestimmungsgrund seinesWillens findet. Er geht dahin, Andre nur als Mittel anzusehen. Weil nun einjeder andre Mensch sich auch andre Begriffe von Dem macht, was er zu seinerGlückseligkeit rechnet, so ist es gerade der Egoismus, der es so weit bringt, garkeinen Probirstein des echten Pflichtbegriffs zu haben, welcher doch durchaus einallgemein geltendes Princip sein muß. Dem Egoismus kann nur die DenkungSartentgegengesetzt werden, sich nicht als die ganze Welt in seinem Selbst befassend, son-dern als einen bloßen Weltbürger zu betrachten und zu erhalten (Kosmopolitismus).
Ehe (mntriinonium). Die höhere und moralische Ansicht der Ehe ist die,daß sie die lebenslängliche Verbindung zweier Personen verschiedenen Geschlechts un-ter dem Schutze des Staates ist, und in ihrer Vollkommenheit auf Liebe (s. d.)beruht. In letzterer Hinsicht ist die einfache Ehe (Monogamie) die würdigsteForm,obgleich nicht rechtlich nothwendig, ebenso wenig als die vielfache (Polygamie) ansich widerrechtlich ist. Ferner kann sie auch nur freiwillig, mithin durch Vertrag(paotnm inatiimoiiiale) geschlossen werden. Sie unterscheidet sich von einem blo-ßen Vertragsverhältnisse dadurch, daß sie außer der zu lehterm nothwendigenEinwilligung noch Manches nothwendig voraussetzt, was nicht von dem Willender Personen abhängt, und daß die Federungen derselben an einander nicht aufgleiche Art, wie bei einem gewöhnlichen Vertrage, geltend gemacht werden können.