Band 
Dritter Band. D bis E.
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Eichen Eichhorn (Johann Gottfried)

schwimmt, womit noch der sogenannte Hahnentritt bei befruchteten Eiern verbundenist. Am Dotter erblickt man eine kleine, linsenförmige Narbe, in deren Mitte sichein kleines, eirundes, aschgraues Söckchen befindet. Dies ist die Stelle, wo sichdas junge Thier entwickelt. Die äußere Gestalt der Eier ist bei den Vögeln nieststentheils mehr oder weniger länglich rund. Verschieden ist sie bei andern verlegen-den Thieren. Unter den Amphibie» haben z. B. die Krokodille kegelförmige Eier.Bei denEiern derNögel ist die mannigfaltige Schattirung der Farben bewunderns-würdig, und doch schränken sich die Hauptfarben meistens nur auf weiß, bläulichund grünlich ein. Die Flecken, Punkte oder Striche, womit viele gezeichnet sind,spielen in unzähligen Abstufungen aus dem Rothen in das Graue, Aschfarbene rc.Die Eier derVögel, besonders der Hühner, sind eine wohlschmeckende und nahr-hafte Speise. Unter den Amphibien liefern die Schildkröten eßbare Eier. DerRogen der Fische wird ebenfalls gegessen, und der Kaviar besteht ganz aus Fisch-eiern. Das Eiweiß der Hühnereier dient zu Umschlägen in Augenkrankheiten. Inden Apotheken und in den Küchen bedient man sich desselben außerdem zumAbklären gewisser Pflanzensäste, der Molken, des Zuckers :c. Das bloße Ei-weiß gibt einen glänzenden Firniß zum Überziehen mancher Kunstwerke, insonder-heit der Gemälde und Spielkarten. Mit geriebenem, frisch gebranntem Kalk,mit Aiegelmehl, Thon, Mehl und andern Stoffen, nach Beschaffenheit der Um-stände vermischt, gibt es einen sehr festen Kitt. Um die Eier länger unverdorbenzu erhalten, muß man sie vor dem Zutritt der Luft bewahren. Man überstreicht siedaher mit Firniß oder Öl, seht sie frei aufdeni spitzigen Ende aufeine durchlöcherteBank, oder schichtet sie, welches noch besser ist, auf dem spitzigen Ende gestellt,in sehr trockene Holzasche, in Häckerling >c., in Kisten und Fässern ein, und setztsie an einen trockenen, im Winter vor strenger Kälte geschützten, doch nicht zuwarmen Ort. (Vgl. Eier stock.)

Eichen, vergleichen, gleich machen; Maßen und Gewichten die gehörigeGröße und Schwere geben. Scheffel, Viertel, Fässer, Ellen, Wagen ic. eichen.Dieses Eichen verrichten bestimmte Personen, welche das zu eichende Maß oderGewicht mit dem von der Obrigkeit festgesetzten und angenommenen (welches auchdas Eichmaß genannt wird) vergleichen, es demselben gleich machen, und als dem-selben gleich mit einem darauf gebrannten Stempel oder andern Zeichen bezeichnen.Ein Fischergarn eichen heißt, die Maschen desselben mit dem Strickspan messen,ob sie etwa zu klein sind, sodaß sich die junge Brüt darin fangen kann, was nichtgeschehen darf. Die Schiffe eichen, bestimmen, wie viel sie halten.

Eichhorn (Johann Gottfried), einer der ausgezeichnetsten deutschen Ge-lehrten in der Kunde der morgenländischen Sprachen, der biblischen Kritik, der Li-teraturgeschichre und GeschichtSkunde, geb. den 16.Oct. 1752 zu Dorrcnzimmernim Fürstenthum Hohenlohe-Öhringen, war anfangs Rector der Schule zu Ohrdruf im Fürstenthum Gotha, erhielt 1775 eine Lehrerstelle auf der Universität zu Jena ,die er bis 1788 bekleidete, wo er Pros. der bibl. und oriental. Literatur in Göttingen ward. Seit 1811 war erl>. der Theologie, seit 1813 Mitdirecior der königl. So-cietät der Wissensch., seit 1816 Ritter des GuelfenordenS und seit 1819 hanöv. geh.Justizrath. Er starb den 25. Juni 1827. Seine Kenntniß der morgenländ. Litera-tur und Geschichte zeigte er zuerst ins. „Gesch. des ostindischen Handels vor Moham-med" (Gotha 1775); dann in einer latein.geschrieb. Übersicht der ältesten Denkmaleder arabischen Geschichte, und in einer Abhandl. über die älteste Münzgeschichte derAraber. In Götkingen widmete er sich vorzüglich der Kritik der bibl. Schriften.Die Früchte s. Forschungen waren: s. von 1788 fortges. und 1801 mit d. 10. Bde.geschlossene „Allgemeine Bibliothek der bibl. Literatur", die einer früher, von 1777—86 von ihm herauSgeg., aus 18Thln. bestehenden Zeitschrift („Repertorium fürbibl. und morgenländ. Literatur") sich anschloß; s. „Einleitung in das Alte (I.AuSg,Converjalions-Lericon. Bd. III. 29