LllL Englische Literatur und Wissenschaft
langen. Jene.' erwähnte Streit führte nur aufzwei, durch das gemeinsame Bandder (verhälknißmaßig mehr betriebenen) Philologie verbundene Gebiete; einmalnämlich auf Pairistik und Kirchengeschichle, worin sich Zohn Fell, Beveridge,Wharton, Durell, Cave, Usyer, Binzham verdient machten (davon weiter unten),dann in das Feld der Auslegung. Hier arbeiteten Poole , Pococke und mehre obengenannte Männer. Zakob I. ließ von 47 Gelehrten die sogenannte Königsbibelausarbeiten. An Dogmatik, als Darstellung des höhern christlichen Lebens, in-wiefern der Einzelne durch das unter der Form des Christenthums gegebene Ganzebestimmt wird, kam es um so weniger, da dies eben die theoretische Weite, oder dasWissen uni das christliche Gefühl nach allen Weilen hin war. Vielmehr war frühschon durch HobbeS und Cherburg der Deismus ausgebreitet, dem sich John Temp-ler, Eduard Gr. v. Clarendon, William Howel widersetzten. Zm 18. Jahrh,waren Tindal, Tolland, Collins, Woolston, Morgan, Chubb, Whaftesbury,Bolingbroke Deisten, und fanden an Chantler, Zahn Butler, Lardner ihre Geg-ner, die sich des Christenthums annahmen. So fortdauernd ist das Schwankennach beiden Weiten bis auf die neueste Zeit gewesen, daß noch immer die Wtrcitig-keitcn der Dissenkers und die Beweise der christlichen Religion die merkwürdigstentheologischen Erscheinungen sind. Da Stolz der Idee des Christenthums so fremdist, daß er vielmehr sein Feind und gerader Gegensatz wird, auch der Narionalstolzunsittlich ist, so ist diese Erscheinung, d:e Sprödigkeit gegen das Christenthum, inEngland zwar nicht befremdlich, aber ein Zug, welcher beweist, daß die eigentlicheHöhe der Bildung, bei manchen Tugenden, diesem Volke doch fremd sei. Trotz derBemühungen Wun. Patrick's, Lowih's, Clarkes, Hammand'S, Pyle's, Whit-bp's, Doddridge's, Locke's u. A. war die Wissenschaft der Auslegung nicht gründ-lich ausgebildet. Zm 18. Jahrh, sammelte Zohn Mill, mit Widerspruch Whüby's,erst Varianten, nach ihm Kennicokt, Letzterer aus masorekhischen Handschriften,Grabe war bei Herausgabe der siebzig Dolmetscher, Robert Holmes bei seinem kri-tischen Apparat dazu unterstützt. Dennoch leuchteten die Engländer hervor, da sichdie Deutschen noch nicht dieserWissenschaftangenommen hatten, die aber auch hier,wie in allem Wissenschaftlichen, rasch, lief und kühn eindringend sie allmälig ver-drängten. — Unter den neuern Wchriftstellern der bischöfl. Kirche zeichnet sich dergelehrte Herbert Marsh , jetzt Bischof zu Peterborough, aus, und hat sich um dastheologische Studium in Cambridge , wo er ein Lehramt verwaltet, sowol durch dieBearbeitung der Eichhorn'schen „Einleitung", als auch durch eine Übersicht der ge-summten theologischen Wissenschaften und andre Werke verdient gemacht, aber da-gegen neuerlich durch die Maßregeln, die er zur Entdeckung Calvimstischer Ansichtenunter den Geistlichen seines Sprengels nahm, viel Anstoß gegeben. Zu ihren vor-züglichsten Rednern gehören dieBischöfe porteus und HorSlcy, deren Predigten ge-sammelt wurden. Bei der wachsenden Menge der Andersdenkenden konnte es nichtan Streitigkeiten fehlen, da zumal, wie bereits oben angedeutet wurde, besondersauch die Methodisten sehr thätig waren, durch Wchriften zu wirken, und es ist nichtzu verkennen, daß diese Reibungen, welche die herrschende Kirche aus der frühernUnthätigkeit aufgeregt haben, schon günstige Folgen, wenigstens für praktischesChristenthum gehabt haben, welchen vielleicht auch die so nothwendige höhere Bele-bung des wissenschaftlichen Geistes folgen wird. Von der Wirksamkeit der Bibe l-gesell schuft ist in einem besondern Art. die Rede, wo auch der literarisch-merk-würtigen Unternehmungen derselben, der Übersetzungen der Bibel in verschiedeneaußereuropäische Sprachen, gedacht wird. Unter den Nachrichten über die vonEngland ausgegangenen, aber o -ch fast ganz von Dissenters und besonders den Me-thodisten geleiteten Missionen s « vorzüglich Buchanan's Berichte von den Missio-nen in Zndien reichhaltig. Die preobvterianische Kirche fand einen lehrreichen Ge-sehichlschreiber an Cook, der die Geschichte der Reformation in Schottland (1811)