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Leibnitzens Anspruch auf die Erfindung der Differenzialrechnung / H. Sloman
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oder vielmehr zu Oldenburg reden. Die Royal Society in London haltedie Unvorsichtigkeit begangen, nicht einem Engländer, sondern einem Deut-schen, Heinr. Oldenburg , die Stellung eines Secretairs dieser Gesellschaftzu gehen. Diese Unbedachtsamkeit konnte nicht wohl ohne Folgen bleiben,nemlich nicht wohl ohne die Folge, dass, wenn einmal der rechte Mann kam,das englische Interesse einer deutschen Freundschaft mehr oder weniger ge-opfert würde. Wir sagen hier noch nichts gegen Oldenburg , er wusste nicld,was er tliat, und auch Leihnitz benutzte nur diese Stellung. Schnell ent-steht dann aber eine Freundschaft zwischen beiden. Es fehlen uns die erstenBriefe an Oldenburg. Leibnitz , gestützt auf seinen Gönner, den Baronvon Boineburg , der Ol denburg schon länger kannte (Gerhardt S. 3), musses gewusst haben, gleich den passenden Ton zu treffen, denn schon am5. Aug. 1671 schreibt ihm Oldenburg *), der damals einem vornehmenFreunde Briefe nach Deutschland mitgab: dimitlere harum gerulum nobilis-simum non potui , quin Te salutarem , simul et fidem facerem , me, reliqua,quae de me exspectas, quam primum fieri id poterit, confecturum. Cae-terum cum eximius Ilelmontius , ajj'ectu mihi conjunctissimus , propediemad nos sit reversurus , poteris si placel, ipsi tuto committere , quaecunqueforsan mihi scribenda vel communicanda occurrerint. Was sind dies fürreliqua , quae de me exspectas? und was konnteLeibnitz dem Oldenburg Zusagen haben, wofür es diesem nützlich schien, den Ilelmontius als sei-nen Freund zu nennen, dem so etwas ohne Gefahr schriftlich und mündlichmitgetheilt werden könne? Leibnitz wollte, wie fast jeder junge Mann inseinem Alter, gern berühmt werden, und der Secretair sollte, weil er einDeutscher war, ihm nützlich werden. Das war der Handel, der zwischenihnen abgeschlossen war. So sehen wir in dem Briefe vom 12. Juni 1671den Secretair so sehr um Verbreitung einer Leibnitzischen Schrift sich in-teressiren, dass er sie drucken lässt: Caeterum, Vir Amplissime , moremgessi desiderio tuo , et pro commodiori distributione Scriptum tuum hic re-cudendum tradidi (Gerh. S. 22).

*) Wir citiren natürlich immer nach Gerhardts Ausgabe der Briefe.

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