so
anders geworden; man findet diese Leute zu Dutzenden auf denWaggons stehend. Man frage sie, wie ihnen dieses Wandern ge-fällt, welche Wirkungen sie von einer Vervielfältigung dieses Trans-portmittels für ihre Zustände erwarten! „Wenn," äußerte einHandwerksbursche auf der Leipzig -Dresdener-Bahn, „Oestreich/Deutschland , Frankreich , Belgien , Holland , Rußland allbereits E.B.B.haben werden, hat kein Geselle mehr ein langes Sitzleder; sind inLeipzig ein paar Silbergroschen in die Tasche gebracht, so geht's nachBerlin , dann an den Rhein , dann nach Frankreich , so weit das Ei-sen auf der Straße liegt. Der Handwerksbursche weiß jetzt erst/was wandern heißt." Den Schluß blieb dieser Redner schuldig; ersah sich schon im Geiste in allen Hauptstädten Europa's und invol-virte in den Besuch derselben stillschweigend das, was wir ungeschcutaussprechen dürfen: daß E.B.B. der intellektuellen und technischenBildung dieser Volksklasse wesentlich zu Statten kommen, und dentalentvolleren, aber mittellosen Individuen dieser Klasse gewiß am meisten.
Selbst dem gemeinen Arbeiter, der zu seinen Verrichtungengeringer Bildung bedarf, gewähren E.B.B. das Mittel, seinen Brod-herrn, wenn er es für gut findet, leichter zu wechseln und dahin znziehen, wo Arbeit gesucht ist. Plötzliche Geschäftspausen verliereneinen Theil ihrer Schädlichkeit für die brodlos gewordenen Arbeiter,wenn diese leicht und wohlfeil sich zerschlagen und in kürzester Zeitauf größerem Flächenraum neue Arbeit suchen können; plötzliche Ge-suche werden leichter befriedigt. Der Schauplatz der Arbeit erweitertsich, denn nirgends oder wohl nur selten und vorübergehend find alleGeschäftszweige zugleich durch Arbeiter übersezt; vielmehr herrschtmeistens an dem einen Orte Mangel, am andern Ueberfluß, ohnedaß die Arbeiter selbst die Ausgleichung träfen, da sie gewöhnlich züarm und unwissend sind, um das Uebermaß des Angebots durch eineUebersiedlung an Orte der Nachfrage zu vermindern. Vielmehr blei-ben sie, wo sie sind — selbst wenn sie nicht durch Domizil festgehal-ten sind; der eine begehrt immer weniger als der andere, bis derUnterhalt zulezt auf das schlechteste Lebensmittel gebracht ist. Daßich Hiebei deutsche Gewerbszustände nicht im Auge habe, sieht Jeder:die Frage ist ja nur die, was E.B.B. im Allgemeinen zu leistenvermögen. Wo jedoch eine große Bevölkerung von Arbeitern ineinem Lande besteht, da kommen E.B.B., welche die entfernten Pro-duktionsbezirke verbinden, auch ihr zu Statten, wie wir bereits inGroßbrittanien sehen. Seitdem zwischen England und Irland Dampf-boote gehen und die Ueberfahrt 36 kn kostet, strömen Scharen armerIren herüber, um bei der Ernte, in Fabriken, bei Bauwerken rc. ihreHände anzubieten. Auch anderwärts, wo E.B.B. bestehen, sieht man Tag-löhner und niedere Handwerker von Dörfern und Landstädten zu Zei-ten, wo es ihnen oft wochenlang an Arbeit fehlt, in entfernten StädtenArbeit suchen und, wenn auch vorübergehend, finden. Wo freilicheine große Fabrikbevölkerung besteht, die für ausländischen Consunw