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Ersparniß, die ihm aus der Preiserniederimg eines GebrauchSgegen-ffandeö erwächst, aus vermehrten Genuß a!S auf Kapitalisation zuverwenden. Erweitert sich die Konsumtion, so wächst die Nachfrage,welche die Produktion ausdehnt. Der Produzent vermehrt also seineGewinne und theilt sich übcrdieß mit dem Konsumenten in dieErsparniß am Frachtsatz. — Der Effekt ist ganz derselbe wie bei derHerabsetzung von Kousumtionssteuern. Man verzehrt bei hohen Zöl-len weniger, als wenn diese niedrig sind. Wie will man sich denndie auffallende Erscheinung erklären, daß, seit die englischen E.B.B.Waaren und immer mehr Waaren transportiren, gleichzeitig auch dieKanalreiiten nicht nur nicht ab-, sondern vielmehr zunahmen, obgleichd>e Unternehmer die Frachtsätze zu erniedrigen sich gezwungen sahen?
K. sagt: „Weil man viel zu reisen hat, reist man gerne schnell;clber wenn man schnell reist, hat man deßhalb nicht viel zu reisen."lind ferner: „Weil da, wo eine hochgetriebene Industrie eristirt,E.B.B. hervorgerufen werden, dreht man die Sache um und meint,die E.B.B. müßten die Industrie schaffen. Es ist gerade, wie wenn^an schließt: weil ein reicher Mann großen Aufwand machen kann,braucht man nur großen Auswand zu machen, um reich zu werden."
, Der Verfasser leugnet hier geradezu den Einfluß der E.B.B.kuf Produktion. Konsequcnterweise muß er diesen Einfluß auch dengewöhnlichen Straßen und den Kanälen absprechen. Und doch ver-dankt jene hochgesteigerte Industrie, auf welche angespielt ist, wesent-lich den Kanälen ihre Höhe — wie ich unten zeigen werde. DemSatz mit dem reichen Manne gebe ich folgende historisch richti-gere Wendung: weil ein reicher Landwirth sich einen neuerfundenenlvstspieligeii Pflug anschafft, um seinen trefflich bestellten Aeckern nocheinen höhern Ertrag als bisher abzuzwingen, so glaubt ein minderReicher nicht irre . zu gehen, wenn er sich's etwas kosten lasse, umMittelst des nämlichen Werkzeugs seine nicht eben schlecht bestellten,kber immerhin noch nicht hinreichend genutzten Felder zu einem Hö-hen: Ertrag zu bringen. Dem bestechenden Schein des Wortspielsiielle ich die Autorität der Wissenschaft entgegen. Schön sagt inuiner Nationalökonomie: „Es gibt kein Land in der Welt, in wel-kem nicht die bloße Herstellung guter Kommunikationsmittel und ei«Pr raschen und wohlfeilen Cirkulation der Güter den Ertrag umviele Prozente steigerte. Unendlich viele Güter werden von denStraßen und den Transportmitteln absorbirt und genußloS aufge-wendet, tausend Güter würden mehr prodnzirt und konsumirt, wennsin schnellerer Umlauf der Produkte stattfände." Und Storch be-hauptet: „daß ein rascher Umsatz Arbeit und Kapital in dem Gradbefruchte, als wenn eine sehr glückliche Jahreszeit dem Boden zweiErnten statt Einer abzugewinnen erlaubt."
Mau klebt an dem abstrakten Momente „E.B.geschwindigkeit,"wan denkt nicht über diese Geschwindigkeit hinaus an die Wirkungen,iu welchen dieselbe Bedingung ist, wenn man sagt: „mit den Waa-
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