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gungs- oder Bezugsorten her ihren Bedarf verschaffen oder die fer-tige Waare auf deren resp. Märkte versenden können. Das fireKapital, welches große Fabriken sich dadurch ersparen, ist so wenigunbedeutend als der Zins, welchen die Vorräthe in den Magazinenverzehren: Ersparnisse, die unmittelbar in den Gewinn übergehen.Auch ist die Ueberhebung des Risiko'S der eigenen Magazinirungnicht ganz zu übersehen; jedenfalls vermindert sich die Mühwaltungfür ein Kapital, das mehr oder weniger eine besondere Obsorgein Anspruch nimmt. Die mögliche Einwendung, daß die vom Käufererzielte Ersparniß durch die am Stapel- oder Erzeugungsorte nöthiggewordene Erweiterung der Magazine, also durch den daraus entsprin-genden höheren Einkaufspreis der Waare, wieder absorbirt werde, hebtsich durch den Umstand, daß, auf den Stapelplätzcn wenigstens, diezur Aufbewahrung der größten Waarenmaffen erforderlichen Maga-zine ohnedieß bestehen müssen, -da z. B. die in Amsterdam gelöschtenKolonialwaaren auch nicht gleich vom Schiff ins Schiff wandern,sondern erst untergebracht werden. Leipzig muß für die Meßwaarendie nöthigen Räume halten, wenn diese auch mehrere Monate deS3ahrS leer stehen. — Besorgt vollends der Unternehmer selbst denEinkauf, so erspart er sich wenigstens einen Theil der Kommissions-kosten, sieht die Waare mit eigenen Augen an, während er bisherfremden vertrauen mußte, sucht sich unter dem vorhandenen Sortimentselbst die ihm anständigste aus, besorgt die Verladung, bleibt ihrwährend des Transports nahe und schüzt sie vor Vcrationen rc.Nichts zu sagen davon, daß E.B.B. den Käufer in den Stand setzen,günstige Konjunkturen auf den entferntesten Märkten schnell zu erfah-ren und zu benutzen. Ein sehr bedeutendes Privilegium, welches dieSeestädte bei Fabrikation gewisser Artikel dadurch besitzen, daß derdortige Fabrikant die erste und ungehindertste Auswahl unter dengesuchten Importen treffen kann — ein Vortheil, welcher gewisseGeschäfte, z. B. Zuckersicdercien rc. gerne in Seestädten festhält —erlischt somit durch E.B.B. und vertheilt sich über das ganze Binnenland.
Der Nutzen von E.B.Bt für den Viehtransport wird bereitsüberall, wo jene bestehen, hinlänglich gewürdigt und darf in Ländern,welche Vieh zur Ausfuhr liefern, nicht gering angeschlagen werden.Der Trieb magert, selbst auf nicht sehr weite Strecken, die Thiere ab,und gerade das schwere, also am besten bezahlte Vieh verhältniß-wäßig am meisten. Was hiednrch sowohl, als durch Fütterung un-Wrwegs, die der Mast in keiner Weise mehr zu gut kommt, genußloSverloren gehl, ist keineswegs so unbedeutend, als man glaubt. Nachenglische,, Statistikern ist vaS .durchsckmittlicbe Gewicht eines Schlacht-echsen, wie er in London ;ezt gefunden wird, 800 Pfd., das derKälber 140 Pfd., der Schafe 80 Pfd., der Lämmer 50 Pfd. Lon don verzehrte 1832 166224 Stück Hornvieh, 1,364160 St. SchafeUnd (ohne die Milchkälber) 19522 St. gemästete Kälber. Rechnetman nun vom schweren Vieh 3 Proz. Abmagerung während eines