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Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
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Handel verbreitet sie, wo nicht hemmende Maßregeln entgegenwirken,ziemlich gleichzeitig über alle Völker, aber es scheint, daß sich keinesgegen dieselbe sträuben darf, wofern es sein Bevölkerungs-, Vermö-gens- und Machtverhältniß zu anderen aufrecht erhalten will. DieGefahren und Mißständc dieses ökonomischen Zustandes sind bekannt,ich will sie nicht weiter berühren. Sie bilden einen Theil jener Auf-gaben, Sorgen und Geschicke, welche das gegenwärtige Geschlecht zulösen, zu tragen und zu vollziehen bestimmt ist.

Ich habe die Eisenbahnen mit den Maschinen verglichen; nochmehr, ich behaupte, daß sie unmittelbar ein Produkt der modernenIndustrie und diejenige Form der Gütervertheilung, Gütereirkulationund Güterverzehrung sind, welche der Modalität der modernen Güter-produktion entspricht. Die nämliche Rolle, welche die Maschinen imGebiete. der Industrie spiele», spielen E.B.B. im Verkehr. Ichglaube ferner, daß kein Volk, welches dem modernen Gewerbsweseneinmal Raum gestattet hat, dem modernen Transportsystcm sich ein-schlagen varf. Es möchte ohne Gefahr aus beide nur dann verzich-ten, wenn es, selbstgenugsam wie China , seine Oekonomie hermetischnach außen abschlösse. Denn mit Völkern von modern-industriellerKultur verkehren wollen und die Vorzüge ihrer produktiven Mittelverschmähen, hieße mit Pfeil und Lanze fechten, während der Geg-ner der zerstörenden Feuerwaffen sich bedient. Eben so wenig darfes dann aber auch auf das moderne Tranöportsystem verzichten, zu-mal wenn benachbarte Verkehröstaaten sich desselben bedienen, da diegleiche Rücksicht, welche die industrielle Nacheiferung gebietet, auch dieGleichstellung in den Verkehrsmitteln fordert.

Als ebenbürtige Söhne und Repräsentanten des modernen Jn-dnstriewescns haben nun E.B.B. auch ihre Schattenseiten. Ich werdedieselben nicht verschweigen.

E.B.B. unterscheiden sich, was ihre Anlegung betrifft, von denChausseen und Landstraßen wesentlich dadurch, daß sie nur unter ge-wissen Terrainbedingungen zulässig sind und sehr bedeutende Kapitaleerfordern. Während Landstraßen sich beinahe keiner Gegend versa-gen , sind E.B.B. an bestimmte Tcrrainverhältnisse gebunden, derenSchranken bis jetzt die Kunst nur wenig zu erweitern vermochte.Während Boden und Kostenaufwand beinahe jedem Staate erlauben,Wege und Straßen in alle Gegenden und Winkel des Landes zuverzweigen, sind E.B.B. mehr großen Strömen und Flüssen ähnlich,welche nur unter besonders günstigen Boden- und Finanzverhältnissensich über einen größeren Flächenraum verästen können. Dieß be-gründet eine sehr große Verschiedenheit des volkswirthschaftlichenNutzens beider Verkehrsmittel. Indem sich Chausseen und Land-straßen wie Blutgefäße durch den ganzen Landeskörper verästen, grei-fen sie unmittelbar in das Detail der Volköwirthschast ein und gebenihre Wohlthaten aller Orten unmittelbar zu empfinden; E.B.B. da-gegen sind den großen Stämmen des BlutaderspstemS zu vergleichen,