«:r
Unterhaltungskosten erstatten würden, wenn man sie durch hohe oderniedrige Wegzölle besteuern wollte. Aber die Gegenden, welche dieStraßen durchziehen, blühen aus, die dort vorhandenen Natur- undArbeitskräfte kommen zur Nutzung; die Erzeugnisse jener Gegendensind von großem Vortheil für die ganze Nation und werden wohl-feiler und in größerer Menge bezogen. Man legt in dünnbevölkertenWald- und Bcrgwerksgegenden Straßen an, welche vermöge ihresunmittelbaren Verkehrs nie rentiren würden, und gleichwohl vornentschiedensten Nutzen sind; denn sie erhöhen die Waldrente und ver-schaffen den Haushaltungen und Gewerben wohlfeileres Holz undEisen: Rohstoffe, welche durch die Industrie einen Werthzusatz vonhundert, ja tausend und mehr Prozenten erhalten können.* Manverbindet industrielle Provinzen mit einander durch Straßen, die ofterst nach Jahren denjenigen Verkehr hervorrufen, welcher eine un-mittelbare Rente abwürfe, die den Anlage- und UnterhaltuugSauf-Wand deckte. Manche Provinz muß mit ihren Steuern einer andernihre Straßen bauen und unterhalten helfen. — Diesem Verwaltungs-systeme liegt offenbar der Gedanke zu Grund: daß im Kalkül einerAnlage oder Verbesserung von Verkehrsmitteln eben so sehr dieSumme der durch den erleichterten Verkehr mittelbar berührten Ver-hältnisse als die auf Zahlen reduzirbare unmittelbare Transport-masse; eben so sehr die Vortheile für Geselligkeit, Kulturund Volkswirthsebaft als der unmittelbare Nutzeffekt Faktoren bildenmüssen: Verhältnisse, die, wenn sie auch einem bestimmten Zahlen-ausdrnck sich entziehen, darum keine geringere Realität haben. In denMeisten Staaten sind Wegzölle abgeschafft, und die Einnahmen, welchedie Staatskassen früher auf den Straßen selbst erhoben, fließen nunverdoppelt aus der Produktion und Konsumtion, welchen der erleich-terte und freie Verkehr den wohlthätigsten Anstoß verlieh. Hiernachlöst sich der Begriff von Rentabilität eines Straßenzugö in denschwebenden Begriff eines allgemeinen, nationalökonomischen und so-zialen Nutzens auf, und Transportvcrvollkommnungen erscheinen alsMeliorationen, welche, sind nur überhaupt Verkehrselemente vor-handen, den Verkehr auf eine ähnliche Art beleben, wie die land-wirtschaftlichen Meliorationen den Ertrag der Grundstücke vermeh-rn, und auf ähnliche Art mit dem Nationalkapital verwachsen, wiejene mit den Grundstücken, deren Werth sie erhöhen.
Aber es sey noch ein dritter Bauplan in Antrag gebracht, eindoch vollkonunneres Verkehrsmittel, z. B. eine E.B. Dieselbe koste:Erbauung 10,000000 fl., jährl. Unterhaltung und Betrieb 300000 fl.;hiezu noch die Zinsen vom Baukapital 400000 fl. Die Bewegung der
* In der Eisengußfabrik von Deferan in Berlin wird der Centner rohes grauesGußeisen (2 Thaler an Werth) gebracht: in Diademen für Damen aufL050 Thlr., in Sevigns-Nadeln aus 13530, in Sevignö-Ohrringen auf 18287,in Hemdknöpfen auf 196S3 Thlr.