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welche der Zollverein überall hervorgerufen hat, und dieß Alles mitUnternehmungen zusammentreffend, welche auf ein nationales Trans-portsystem abzwecken: drängt sich mir unwillkürlich eine Paralleleauf, deren Skizzirung vielleicht von Interesse seyn dürfte.
besäße nämlich — wäre die Frage einmal bei ihrer uktims rstio angekommen— das Recht und die Macht, den Absatz der Handelsartikel und aller Erzeugnissedes Gewerbsfleißes jener Städte nicht nur anfs Empfindlichste durch Zölle zu. beschränken, sondern auch ihrem Transit und Zwischenhandel einen tödlliche»Schlag dadurch zu versetzen, daß der Bezug überseeischer Güter von andererSeite, z, B, von der Ostsee und Belgien her begünstigt würde, Hiebei dürstenselbst Opfer nicht gescheut werden, um die Widerstrebenden in diejenige Vage zuversetzen, welche an sich nur das natürliche Echo ihres AbtrcnnungssystemS wäre,in die Lage einer gänzlichen Sistirung des Verkehrs. Als Erekutionsmittel aberböte sich einerseits die Berlin -Stettiner und die rheinisch-belgische E,B. an —da, wie mir scheint, in Handelssachen mit Belgien immer leichter sich unterhan-,del» ließe, als mit Holland , das in seiner Berachtung deutscher Handelsinteressenordentlich eine Force erlangt hat. Man kann Hundert gegen Eins wetten, daßeine solche kommerzielle Trockenlegung den Widerstand mürbe machen und jeneSelbstgenügsamkeit Herabstimmen müßte, die sich immer unter die Fittige derNation.flüchtete, wenn ein äußerer Sturm die Kauffahrer in den Hafenzurücktrieb.
Sehen wir aber von Zwangsmaßregeln ganz ab, so ist der Beitritt jenerStädte unzweifelhaft und zur Nothwendigkeit gemacht, wenn die übrigen nord-deutschen Staaten sich angeschlossen haben werden. Allerdings werden diesevorzugsweise Landbau treibenden Länder für ihre Naturerzeugnisse in den Ver-cinsstaaten keinen Markt finden und die voü daher bezogenen Fabrikate haupt-sächlifli im Austausch gegen Geld sich erwerben; andererseits dürste jedoch derdadurch erhaltene Impuls, Industrie bei sich einheimisch zn machen, als ein nichtgeringer Gewinn angesehen werden. Nebenins (in seinem deutschen Zoll-verein) äußert über Hannover : „Wo man sagen kann, daß die Bevölkerungohne Eigenthum auf eine wahrhaft Schrecken erregende Weise zugenommenhabe und der Gewerbfleiß auf einer noch niedrigen Stufe stehe (nach v. Gülich),da ist gewiß kein Mittel zu Versäumen, welches die gleichförmige Entwicklungder beiden Hauptzweige der Produktion zu begünstigen geeignet ist, und einesder schönsten Mittel zu Erreichung dieses Zweckes ist die Eröffnung eines weit aus-gedehnten, unmittelbar angränzenden Marktes,"— In Mecklenburg und Hol-stein widerstreben die Grundherren aus allen Kräften dem Anschluß. Derselbescheint von Hannover abzuhängen, das nach dem Beitritt Braunschweigs kaummehr allzulange anf sich warten lassen dürfte, „Dann, " schreibt die preußischeStaatszeitung, „kann nicht mehr die Rede davon seyn, ob man in den Hanse-städten die Nachbarschaft des Zollvereins liebt und gerne sieht oder nicht, sonderneinzig davon, wie man aus der Nothwendigkeit das möglichst Beste mache,"— Dieses Beste findet der Korrespondent in einem Mittelwege, Die drei Hanse-städte würden 1) dem Zollvereine mit ihren Ländergebieten beitreten, die Haupt-zollämter würden aber unmittelbar vor die Thore der drei noch immer vonWassergräben umschlossenen Städte verlegt. 8) Die landeinwärts zu versenden-den Waaren würden schon anf den Speichern von den Zollbeamten besichtigt undplombirt, 3) Bestimmte Handelshäuser könnten mit den Hauptzollämtcrn inRechnungs- und Kreditverhältnisse treten, ä) Da die Hansestädte Flußhäfensind, so müßten (was bei Seehäfen nicht der Fall ist) bewaffnete Fahrzeuge dieMündung und,die gestimmte Uferstrecke der Weser, Elbe und Trave bewachen,und alle Schiffe bei ihrer Einfahrt in die Flüsse bis zur Landung im Hafen eineZvllwache an Bord nehmen. — Es ist schwer zn sagen, ob die drei Stäote indieser Modifikation, welche ihr Gebiete dem Zolltarif unterwirft, die Stadt untergewissen Beschränkungen frei gibt, ihr Interesse hinlänglich gewahrt sehen. Ichmeinestheils möchte beinahe glauben, daß die bisher gewohnte Freiheit durch