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trieb uird folglich auf die Betriebskosten von wesentlichem Einfluß istund mancherlei Schwierigkeiten und Unbequemlichkeiten verursacht.Wein die Hauptaufgabe scheint mir Hiebei in einem zweckmäßige»Arrangement der Transporte und in möglichst bequemen und dieFrachtbesorgung erleichternden Einrichtungen zu. bestehen. Der Per-sonentransport, welcher, wie der Postdienst, seine bestimmten Zeiteneinhalten muß, bedingt ein festes Maß von Geschwindigkeit und darfdurch Waaren nicht behindert werden. Selbst auf Bahnen, die viel-leicht ihre Haupteinnahmc aus Waaren beziehen, hat inan dem Per-sonenverkehre den nöthigen Vorschub zu leisten, weil die Passagieresich gar leicht nach anderen Bahnen wenden, wenn die Differenz derGeschwindigkeit irgend erheblich wäre. Machen nun aber,Personendie zu einer Fahrt nöthige Ladung nickt voll, so kann diese durchleichte, oder wenn diese nicht ausreichen sollten, durch schwere Fracht-stücke ergänzt werden, daher, wie mir scheint, Einrichtungen zu tref-fen sind, daß auf den Hauptstationcn immer completirende Vorräthein Bereitschaft stehen und das Verladen so schnell als möglich voll-zogen werden kann. Spezielle Waarentransporte müssen so geregeltwerden, daß sie den Personcntransport nicht behindern, daher auchauf mehreren Bahnen Nacklfahrten für schwere Fracht angeordnetsind. Kein schwerer Artikel ist Hiebei ausgenommen: Bausteine, Holz-stämme, Scheiterholz, Bretter, Steinkohlen, Düngermittel, Metalle,Salz re. Die Oekvnomie des Betriebs scheint mir wesentlich voneiner geschickten Vcrtheilung, von zweckmäßigen Wagen und Verla-dung sanstalteu abzuhängen.
Am wenigsten zweifle ich daran, daß es den Nationalrouten,haben sich diese erst in E.B.B. verwandelt, an der nöthigen Waa-renmasse fehlen werde. Aus dem Waarentransporte der jczt vorhan-denen fragmentarischen Bahnen kann vernünftiger Weise kein Schlußauf zusammenhängende, nach allen Richtungen sich verzweigende Bahn-stämme und Bahnäste gemacht werden. Wohl aber muß es erlaubtseyn, von einem vollständigen E.B.systcm auf dessen künftigen Waa-rentransport zu schließen. Die Chaussee von Dresden nach Leipzig befördert noch immer Güterwagen, die in Schlesien geladen und nachLeipzig , Nürnberg und weiterhin ihre Bestimmung haben, aus demeinfachen Grunds, weil die Waaren, wollten sie die kurze E.B.streckebenützen, zweimal umgeladen werden müßten. Liegt aber das Netz ein-mal fertig da, so fallen alle diese Güter dem E.B.transporte zu, wo-fern nur Einrichtungen getroffen sind, daß die Ersparniß an Fracht-kosten nicht wieder durch das Umladen von den Wagen der einenaus die der andern Bahn absorbirt wird, was nur durch eine, meh-reren Bahnen gemeinschaftliche Wagenburg zu erreichen ist. Von denTransportmassen selbst macht man sich einen Begriff, wenn manaußer den gewöhnlichen Marktprodukten, Produkten, welche ein Be-zirk dem andern zuführt, die Merkantilwaaren ins Auge faßt, wel-che auf den deutschen Nationalrouten sich bewegen: z. B. die Kolo-