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Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
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nialartikel Zucker und Kaffee, rohe Baumwolle und Tabaksblätter,baumwollene Fabrikate und fabrizirte Tabake; Farbstoffe, Farbhölzer,Möbelhotzcr; die inländischen Produkte: Wolle, Flachs, Hanf, Häute,Eisen und Metalle, die sämmtlich zweimal, in roher und veredelterGestalt, im Verkehre auftreten, Glaswaareu, gebrannte Geschirre; Ha-dern, Papier, Bücher; Getreide, Salz, Öel; Getränke aller Art,Vieh. Brenn- und Baumaterial,.und die ungeheure Masse von Ma-nufakturwaaren. Alle diese Güter wandern kürzere oder längereStrecken weit auf den großen Verkehrsstraßen. Der Nationalöko-nom F. List sagt:Der Warenverkehr wird auf den Nationalrou-ten groß seyn, weil die Frachten niedrig gestellt werden, und dieFrachten werden niedrig gestellt werden können, weil der Waaren-nnd Personenverkehr groß seyn wird." Ein deutsches E.B.systemwird also wohl auch wenigstens seine Kosten decken. Man verlangenur nicht, daß die Frucht in einem Sommer reife. Jede neue Ver-kehrsanstalt wird auf Hoffnung errichtet, und entspricht sie nur denZwecken der Reisenden und Tauschenden, so ist sie nie zu theuer er-kauft, denn sie schafft sich ihren Verkehr. Man erinnert sich desalten JachtschiffeS auf dem Rhein , das bis zum Jahr 1827 jährlich6 bis 8000 Reisende aus dieser Wasserstraße trausportirte. In die-sem Jahr begann die Kölner Dampfschiffahrtsgescllschaft ihre Wirk-samkeit mit Einem Schiffe zwischen Cöln und Mainz ; 1834 besaßsie deren schon 9. 1836 entstand eine zweite und dritte Gesellschaft,und für das Jahr 1842 soll der Rhein von nicht weniger als34 Dampfschiffen befahren werden. In den ersten paar Jahrenführte das Kölner Dampfboot 1820,000 Passagiere, und man be-trachtete diese Zahl als ungeheuer, 1839 führten sämmtliche Boote487000, 1840 etwa 636000, und 1841 gegen 750000 Personen.Ich will mich für mein ganzes übrige Leben des Denkens begeben,wenn meine Behauptung falsch ist: daß die Dampfboote es waren,welche innerhalb 15 Jahren den Personenverkehr auf dem Rhein-strom gegen die frühere Jachtschiffahrt verhundertfacht haben. Die-selbe Erscheinung auf der Donau . Freilich ist die Schiffrente immerdurch die freie Konkurrenz bedroht; diese Gefahr kennt die E.B. nicht,es müßten denn, wie von Paris nach Versailles , zwei Vereine denEntschluß fassen, sich sicher zu ruiniren. Die E.B. erzeugt sich ihrenVerkehr und ist Monopolistin dieses Verkehrs. Eines bedaure ich,daß die Regierungen das deutsche E.B.system nicht gleich von vorn-herein zu ihrer Angelegenheit gemacht und sich dadurch in den Vor-theil gesetzt haben, die geringere Rentabilität der einen durch die hö-here der andern Strecke auszugleichen.