Buch 
Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
Entstehung
Seite
110
JPEG-Download
 

110

thig wird, oder 2) zwischen Aldingen und Neckarremö über eine Höhevon 129' bis gegen Hegnach, eine Strecke, welche 4 Stollen von1008 bis 2085' Länge oder offene Einschnitte nöthig macht. DasGefall links des Neckarthals beträgt 1 auf 467, auf der OeffingerLinie 1 : 250 bis 1 :200, aus der Hegnacher Linie 1 : 1488. Dieseist um 10500 länger als jene. Von Waiblingen bis Gmünd keineSchwierigkeiten; die Steigung zwischen 1 : 251 und 1 : 1133 wech-selnd. Von Gmünd an beginnen die Steigungen über das denKocher und die RemS trennende Bergjoch, welche zwischen 1 : 200und 1 : 101 wechseln. Nur durch schwierige Umleitungen der Bahnsind Milderungen der Steigung zu erzielen. Vom Bergjoch, beimMandelhof, zieht sich die Bahnlinie an den Abhängen der Gebirgehin, und die Steigung beträgt 1 : 298 und 1 :292. So fort biszur Wasserscheide zwischen Kocher und Brenz. Durch das Brenzthalabwärts bis Sontheim beträgt das stärkste Gefäll 1:2091, dasschwächste 1 :2646.

III. Bahnlinie von Ulm an den Bodensee , 27^/z Stun-den lang.

Sie zieht sich die Donau aufwärts durchs Rißthal, dann überBergrücken ins Schussenthal. Sie berührt Biberach (und, wenn nichtzu kostspielig, Waldsee), mundet bei Anlendorf ins Schussenthal undzieht an Ravensburg vorüber bis Friedrichshafen . Steigung vonUlm die Donau auswärts 1 :1925 bis 1 : 325, auf einer kurzenStrecke 1 : 230; daneben einzelne horizontale Strecken. Auf derLinie des mittlern Schussenthals findet sich von Zollreute bis Ravens­ burg ein 60787' oder 4^/t Stunden langer Abfall mit stärkerer Stei-gung, nämlich 1 : 150, außerdem wechselnd zwischen 1:200 und1 :301. Der starke Abfall des Terrains gegen den Bodensee von der Wasserscheide an bietet verschiedene Schwierigkeiten; es müs-sen durch die tiefen Tobel Viadukte gezogen, eine Menge der größe-ren und kleineren Verbindungswege zwischen den vereinödeten Wohn-plätzen Oberschwabens durchschnitten, auch viele Brücken über die vie-len Flüsse, Bäche, Gräben rc. gezogen werden. Daher wurde einKanal projektirt.

IV. Bahnlinie von Kannstadt n. Heilbronn , 15'/r Stun-den lang.

Von Kannstadt geht die Bahn auf dem linken Neckarufer nachNeckarweihingen , von da bis ans untere Thor von Ludwigsburg,zieht sich hinter Eglosheim bis Thamm, wendet sich nordöstlich undüberschreitet unterhalb Bietigheim das Enzthal auf einem großen Via-dukt. Links im Thal sich haltend, geht sie nach Besigheim , führtdurch einen kleinen Stollen bis Wahlheim , von da durch einen neuenStollen von 3055' Länge nach Kirchheim, sofort nach Laufen undHeilbronn . Die Steigung wechselt zwischen 1:255 und 1:1260;größtentheils beträgt sie weniger als 1 : 380. Bedeutende Abhebun-gen und Ausfüllungen sind auf der ganzen Linie auszuführen, große