Buch 
Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
Entstehung
Seite
115
JPEG-Download
 

IIS

Bahn auf 26 Milk. statt der veranschlagten 19 oder 20. Er rech«»et nach belgischem Maßstabe und geht davon aus: daß eineGebirgsbahn mehr kosten müsse als eine Flachlandbahn. Ich crwi,bere, daß das citirte Flachland, namentlich in den nördlichen Thei-ln, in den Marschen und Poldern, von einer Beschaffenheit ist, wel-che die Anlagekosten weit über die einer Gebirgsbahn erhöhen kann,ba der weiche Boden einen festen Unterbau nöthig macht, was inBelgien , wo Steine und Holz sehr hohe Preise zahlen, ein theureSStück Arbeit ist. Wie theuer Belgien in seinen südlichen Gegendengegen die deutsche Gränze hin baut, zeigt die rheinische Bahn, derenstzte Meile, von Aachen bis zur belgischen Gränze, auf 1,443000 fl.veranschlagt ist. Außerdem stehen in Belgien die Taglöhne und Gü-terpreise sehr hoch: Nachtheile, welche den Vortheil wohlfeileren Eisensl>np wohlfeilerer technischer Geschicklichkeiten weit überwiegen. Ueber-haupt halte ick es für ganz und gar unzulässig, von den Kosten ei-»er fremden Bahn auf die muthmaßlichen Kosten einer projektirtenBahn zu schließen, da ja auf einer und derselben Bahn jede Weg-stunde, vermöge der größer» oder geringern Zahl von Wegüber-tehungen, Auffüllungen, Abgrabungen, Brücken, Durchlässe, Viadukte,Trancheen, Tunnels u. s. w., verschiedene Kosten verursacht. SelbstGebirgsbahnen müssen nicht nothwendig theurer seyn als Flachland,Zahnen. Es kann eine Bahn 6 Stunden an einer Bergwand sich> hinziehen und weniger kosten als eine Strecke von 3 Stunden aufganz horizontalem Boden. Volkreiche, cnltivirte, Wasser- und Weg-eriche Gegenden, wenn auch topfeben, bauen die theuersten Bahnen;bie überirdischen Werke sind nicht immer wohlfeiler als die unterirdi-schen, welche gern bei Gebirgsbahnen vorkommen. Enge Thäler mitstarken Thalkrümmungen zählen als eben so große Terrainschwierigkei-trn wie coupirtes und gebirgiges Land n. s. w. Endlich weiß man,tvenn man sich auf den Kostenaufwand fremder Bahnen beruft, niegenau, was in den Summen, die man "zur Begleichung herbeizieht,Älles steckt, und noch weniger, durch welches Konstruktionssystem siebegründet wurden. So wüßte ich bei einigen Ansätzen der obigenG.B.tabelle (S. 97) nicht zu sagen, ob in den Summen die bloßeHerstellung der Bahntrace oder auch der Aufwand für Gebäulichkei-te>l und Transportmaschinen enthalten ist. K. gibt. die StundeHeidelberg -Mannheimer Bahn zu 241000 fl. an; darin stecken nunBahnhöfe, Wagenburg rc., denn ohne diese hat der Bahnbau (sammtber theuren Kyanisirung der Lang- und Querschwellen, 19 V» kr. per Cu-bikf.) nur 170598 fl. per St. gekostet. Der aus der Statistik derfertigen Bahnen als Durchschnittssumme für 1 Meile abstrahirte Ko-stensatz von 222000 Rthlr. taugt auf der Welt zu nichts, und was^ ^an daraus für andere Bahnen folgern will, lautet gerade so, wie^enn ich sagen wollte: ein neues Haus in Stuttgart muß etwa 4380 fl.'osten, weil die 3413 Gebäude einen Werth von 15 Milk. fl. haben.

K. im Schwab. Merkur Nr. 111 führt eine Anzahl Bahnen

g*