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an, welche theuer gebaut wurden, um dadurch zu beweisen, daß diewürtemb. Kannstadt-Nlmer Bahn nothwendig mehr, als der Anschlagbesagt, kosten müsse. Leipzig -Dresden per Stunde: 308500 fl., Ber lin -Potsdam 314500 fl., Düsseldorf -Elberfeld 378000 fl., Köln-Äache»165000 fl., Straßburg -Mühlhausen 513000 fl., PariS-Versailles(linkes Ufer) 1,591000 fl. — Die Kostspieligkeit der Leipzig -Dresde-ner Bahn (welche hinsichtlich der Steigungen die günstigsten Ver-hältnisse besitzt) rührt hauptsächlich von den kolossalen Brückenbau-ten, dem Oberäuer Tunnel, den hohen Güterpreisen und dem damalsnoch theuren Eisen her. Wenn sich K. genauer nach den Ursache»erkundigt hätte, warum das ursprüngliche Baukapital über-schritten wurde, so hätte er gefunden, daß der in der dritte»Generalversammlung der Aktionäre, am 15. Juni 1837, vor-gelegte erhöhte Bauüberschlag wesentliche Veränderungen gegen de»ersten in sich schloß: nämlich eine ganz andere Bahnlinie, ein ande-res Steigungs- und Krümmungsverhältniß, stärkere Schienen undstärkeres Holz, engeres Legen der Querschwellen rc. Ebenso würdeer, wenn er die geringe Rente dieser E.B. dem großen Anlagekapi-tal oder der Eigenschaft als Langbahn zuschreibt, gefunden habe»,daß die geringe Rente vielmehr ihre Ursache in der Verwaltung habwelche auf einen sehr großen Fuß eingerichtet wurde,* sowie in de»vielen Reparaturen, welche fortwährend einen großen Theil des Ein-kommens verschlingen. Die Unterhaltungskosten der Holzbahn zwi-schen Leipzig und Würzen waren bisher 50—60 Proz. größer alsdie der Steinbahn zwischen Würzen und Dresden , so daß bis zu»'Jahr 1810 10 Proz. Holz ausgewechselt'wurden; dasselbe war mü60 Pro;. Nägel und Bolzen der Fall. Die Reparatur der Holz-bahn selbst ist verwickelt und zeitraubend und fast noch einmal fltheuer als bei der Steinbahn. Diese Reparaturen, nebst den Koste»für Entwässerung, Schlammhebung der Gräben, Befestigung der Bö-schungen (lauter lockerer Sand) rc. machen einen bedeutenden The»der Unterhaltungskosten aus, und stellen die Rente zur Zeit noch flniedrig. Die Leipzig -Dresdener Bahn ist eine der ersten Großbahne»in Deutschland , und zahlte für die nachgekommenen das Lehrgeld-Jezt dürften die Unternehmer wohl ganz anders bauen. — ES würdemich zu weit führen, wollte ich die Ursachen auseinandersetzen, wel-che bei den übrigen von K. citirten Bahnen die großen Kosten ver-
* Nach dem Berichte vorn Zahr 1839 betragen die festen Gehalte der Angestellte»82572 Thlr. (109501 fi.). nämlich3950 Thlr. für 4 technische Beamte,
23456 „ „ 183 Bahnwärter und Arbeiter für Reparatur,
6432 „ „18 Büreaubeamte in Leipzig und Dresden ,
8530 „ „51 Pers. des Bahnhofpersonals, ,
3766 „ „ 15 „ bei der Personen-und Gütererpedition,
7012 „ „ 25 „ beim Maschinenwesen,
5370 „ „ 33 „ des Wagenpersonats,
700 „ „ 1 „ für Äokobrennerei,
1356 „ „ 1 „ bei der Wagenbauanstalt.