1L6
scheu E.B.systemS mit dem Rhein eine prekäre, und würde dem erstemein wichtiger Bestandtheil seines Personen- und Gütertransports ent-zogen. Noch ungünstiger als jene zufällige müßte L) die währendder 2—4 Wintermonate unausbleiblich und alljährlich eintretende na-türliche Unterbrechung der Schiffahrt auf die württemb. E.B. zurück-wirken, da in einer Jahreszeit, welche das Reisen ohnehin beschränktund quch den Wassertransport auf Fahrzeugen hemmt, die E.B., dieden ganzen Winter über unausgesetzt im Betriebe stehen muß, einenempfindlichen Ausfall erleiden müßte. * Die Folge einer solchen Ver-kehrSeinrichtnng dürfte überhaupt gar leicht die seyn, daß die Bewe-gung von Personen und Gütern vorn Rhein nach der Donau , wenig-stens zum Theil, ganz andere Wege aufsuchte, weder Baden noch Würt temberg berührte und je nach dem Punkte, wo sie an den Rhein tritt, dem Main nach oder noch nördlicher gleich dem preußischen, säch-sischen und nordbaierschen E.B.systeme sich zuwenden würde. — 3) Er-schiene eine Heilbronn -Ulm -Bodensee -E.B-, die vollends auch an Baiern nicht anknüpfte, so isolirt, daß ich nicht einsehe, wie dadurch fürallgemeine Zwecke, welche, wie man immer sagen hört, bei Erbauungeiner württemb. E.B. im Vordergründe stehen, etwas Erklecklichesgethan seyn wollte. Eine württ. E.B., welche nur an die Heilbron -ner Dampfschiffahrt anknüpfte, wäre so gut als eine isolirte, sie er-schiene fast nur für Zwecke deS inneren Verkehrs erbaut, für welcheallein, wie man offen gesteht, ein so kostspieliges Unternehmen sich'nicht auskragen würde. Ohne Anschluß an Baden , auf welchemPunkt der Gränze nordwärts Pforzheim derselbe auch stattfindenmöge, ohne Anschluß an Baden ist also, wie Jedem einleuchten muß,eine württ. E.B. ein seinen Zwecken nach mangelhaftes, unvollständi-ges, seiner Rentabilität nach unsicheres, riskirteS Unternehmen, ohneVergleich mangelhafter und riskirter, als wenn Baiern bei Ulm nichtanschließt, da — tritt einstweilen nur Baden bei — das Land we-nigstens auf zweien seiner für die kommerzielle Verbindung mit demAuslande wichtigen Gränzpunkte, gegen Rhein und Bodensee , gesichertist. — Was sollte aber, kann man fragen, beide Nachbarstaaten ver-mögen, Württemberg den Anschluß zu verweigern? Man antwortet:Baiern beabsichtige selbst eine Verbindung des Rheins mit der Do-yau, außer dem Ludwigskanale noch durch eine Mainbahn, Baden aber wolle an den Bodensee bauen, wobei wiederum Baiern vonAugsburg aus die Hand entgegenstrecken müßte — Plane, deren
* Die Idee, das württ. E.B.spstcm bloß an die Neckardampfschiffahrt anzuknüpfen,entspringt rein aus dem Wunsche, Heilbronn in die unmittelbare Bahnlinie auf-genommen zu sehen. Die Reckardampfschiffahrt hat zu sehen, wie sie auf eige-nen Füßen sich erhalte, und es wird eher geschehen, daß die E.B. ihr, als daßsie der E.B. Paffagiere zuführt. Vor allem scheint mir ihr Gedeihen von derKonkurrenz einer badischen Dampfschiffahrt abzuhängen, welche Heilbronn kräf-tigst unterstützen sollte, da die badische Regierung nur dann den Fluß korrigirenwird, wenn die eigenen Unterthanen ihre Kapitale darauf schwimmen lassenwerden.