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Wohl die Autorität, welche sie für ihre Sache angerufen, au ihrenGegner abzutreten. Allein ob dieser von seiner Eroberung Gebrauchmachen könne, steht sehr zu bezweifeln, da es, die Sache beim Lichtebetrautet, dem Herrn Dr. List ziemlich gleichgültig scheint, in wel-cher Richtung Würtemberg seine E.B.B. führt, wenn eö nur über-haupt baut und in das national-deutsche E.B.systcm, von welchemsei-r Aufsatz handelt, eintritt. Hr. vr. List ist der thätigste und be-geistertste Vorkämpfer im deutschen E.B.wesen und hat durch Schriftund That kräftigst für dasselbe gewirkt; er hat einen Namen alsNationalökonom und mag vermöge seiner umfassenden Kenntnisse undErfahrungen von den Petitionären als eine Autorität in industriel-len und merkantilen Dingen citirt werden: als Autorität für techni-sche Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten will er gewiß selbst nicht gel-ten, so wie er denn auch in keinem seiner Aufsätze die Vorzüge ver-schiedener würtemberg. Bahndirektionen erörtert oder für eine be-stimmte Richtung sich entschieden ausgesprochen hat.
Die Bittsteller behaupten ferner: die Brenzbahn müsse kür-zer und werde wohlfeiler seyn als die Albbahn. — Wasdie Erstreckung betrifft, so datiren die Bittsteller die Remsbahn vonAldingen -Neckarrems aus, 2 Stunden unterhalb Kannstadt, und er-sparen so einige Stunden Wegs, welche die von Kannstadt ausge-hende Unterlandsbahn mit der Remsbahn gemeinschaftlich hätte. Dajedoch Stuttgart und Kanustadt „jedenfalls die Eisenbahn bei sicherblicken werden," so sehe ich keinen Grund ein, warum nicht vonKannstadt aus gerechnet werden solle. Zufolge der ministeriellen Notebeträgt von hier aus bis Sontheim die Rems -Brenzbahn, je nach-dem man den Uebergang aus die Waiblinger Höhe zwischen Mühl-hausen und Aldingen oder zwischen Aldingen und Neckarremö wählt,32—33 Stunden; die neueste Revision der Bahnstrecke dagegen er-gibt 33^/4 Stunden, so daß die Albbahn, welche zufolge der minister.Note der Kannftadt-Sontheimer-Bahn etwa gleichkäme, nach der Re-vision um 33/4 Stunden kürzer erschiene. Nun dürfte es vielleicht ge-schehen, daß die Kannstadt-Sontheimer-Bahn wohlfeiler gebaut werdenkönnte als die Albbahn; allein über allen Zweifel erhaben ist es, daßjene, selbst wenn Baiern von Donauwörth aus anknüpfte, ihren ge-ringeren Bauaufwand bei weitem schlechter verzinste, als die Alb-bahn ihre größeren Baukosten: da zwischen Augsburg und Nürnberg einer- und Stuttgart andererseits auf einer Strecke von respektive56 und 75 würtemberg. Stunden, nur Gmünd mit 6400 undSchwabach mit 7500 Eiuw. als bedeutendste Städte zu liegen kä-men. Aus diesem Grunde würde wohl auch Baiern wenig Muthhaben, von Donauwörth aus eine 10 Poststunden oder 113/,z würt.Stunden lange Bahn zum Anschluß nach Sontheim zu führen,wenn Ulm , als volkreichere Stadt für die Frequenz einer E.B.durchaus entscheidend, ausgeschlossen werden wollte. Man müßte alsowürtemb. Seits die Brenzbahn von Sontheim nach Ulm verlängern,