Völkerverkehrs mit einer Schienenbahn zu bedecken hätte, die wich-tigste, weil sie zwei Stromgebiete verknüpft, in deren AnziehüngskreiSund Perspektive Frankreich, Belgien, Holland , England einer-, Baiern,Oestreich, Ungarn, Italien andrerseits fallen.
Ein zweites Thor öffnet Württemberg demjenigen Verkehre, wel-cher vom nördlichen Baiern, von Sachsen, Böhmen ic. her überNürnberg nach der vordem Schweiz und Straßburg sich bewegt; sowie endlich das oberschwäbische, südlich von der obern Donau gele-gene Gebiet eine dritte Hauptroute, die nach dem Bodensee , in sichbefaßt, auf welcher ein Theil des deutsch -italienischen Handels zieht.
Wir haben die besonderen Richtungen dieser Linien, wie sietheils durch die Nachbarstaaten, theils durch selbsteigene Interessenund durch das Verhältniß zu den dem Lande naheliegenden Verkehrs-centren vorgeschrieben werden, bereits kennen gelernt. ES sind folgende:
1) Pforzheim- oder Bruchsal -Kannstadt,
2) Kannstadt-Alb-Ulm,
Aber wenn nun Würtemberg dem nationalen Verkehre dieseBahnen zur, Benutzung gibt, so fragen wir mit Recht, welchen Vor-theil dieser Verkehr ihm selbst zuwege bringen werde.
1) Der Transit des Landes wird erhalten. Herr IngenieurEtzel hat dagegen in einer Broschüre über die Nothwendigkeit undAusführbarkeit einer E.B. durch Württemberg (S. 11) die Ansichtgeäußert, daß der württemb. Transit früher oder später an denMain- und Ludwigskanal , deßgleichen an die badische E.B. überge-hen werde. Was den erstgenannten Konkurrenten betrifft, so verhältes sich hinsichtlich der Distanzen folgendergcstalt:
Von Mainz bis Bamberg per Main 46 Meilen.
Von Bamberg bis Kellheim per Kanal 23 Meilen, zus. 69 M.Von Mainz nach Mannheim per Rhein 11'/e ,,
Von Mannheim nach Ulm per E.B. 35 „
Von Ulm nach Donauwörth per Donau 11 „
Von Donauwörth n. Kellheim per Donau 13 Meilen, zus. 71 M. *
Man sieht, daß die Mainstraße nicht nur kürzer ist, sondernauch den Vortheil gewährt, ohne Umschlag vom Rhein bis in dieDonau, von Rotterdam bis, Wien fahren zu können. Allein fürWaaren, welche mit größerer Geschwindigkeit vom-Rhein nach derDonau transportirt werden wollen, behauptet eine diese beidenStröme . verbindende Eisenbahn den Vorzug. Man fördert näm-lich Güter in kürzerer Zeit von Mainz nach Mannheim per Rhein (Bergfahrt), sofort per Eisenbahn nach Ulm und von da auf der
* Diese Längen sind geschöpft aus Statisiiken, aus der topographischen Karte vonBaden nach der allgemeine» Landesvermessung des großherzogl. militair. topogr.
. Bureaus und derselben Karte über das Großherzogthum Darmstadt , so wie aus> der hydrographischen Karte Baierns vom königl. baierischen Generalqnartier-, nieisterstabe. .