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Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
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tägliche, dabei weit raschere, entgegenzusetzen." Um einem Mch-Verständnisse vorzubeugen, welches der AusdruckKursberichte" ver-anlassen könnte, so bemerke ich, daß darunter nickt allein die Kurseder Staatspapiere, sondern die viel wichtigeren Prciskurante vonWaaren begriffen sind. Auch auf Mustersendungen möchte ich auf-merksam mgchen, deren früherer oder späterer Empfang keineswegsso gleichgültig ist, als Manche sich einbilden. Man halte bei un-serm Kaufmannstande Umfrage, er wird jedes der obigen Worte be-stätigen. Zumal dem Zwischenhandel muß Alles daran liegen, hin-ter seinen ausländischen Konkurrenten in der Geschwindigkeit der Ausfüh-rung seiner Geschäftsoperationen nicht zurückzustehen, und eS würdesehr die Frage seyn, ob er sich ohne E.B.B. auf seiner jetzigen blühen-den Stufe zu erhalten vermöchte. Nach dem Urtheil einsichtsvoller Kauf-leute beträgt sein reiner Gewinn jährlich 600000 st., und er verdientschon deßhalb besondere Aufmerksamkeit, weil er nur durch exempla-rische Anstrengungen unter im Ganzen nicht günstigen äußeren Ver-hältnissen in Württemberg Wurzel gefaßt hat und, glücklich geführt,den reinsten^ das Nationalvermögen am sichersten vermehrenden Nutzenabwirft. Ohne eine E.B. würde Württemberg aber auch in sei-ner bisherigen Postverbindung mit dem Auslande gefährdet, und esmuß jedem einleuchten, was in dieser Beziehung der Schwäb. Mer­ kur vom 2. Sept. 1841 schreibt:Bekanntlich ist schon gegenwärtigunsere Postverbindung mit vielen Plätzen des Auslandes durch- eineminder günstige geographische Lage w. im Nachtheile gegen andereLänder. Wenn aber vom Unterrheine bis Basel E.B.B. gehen,wenn in anderen Richtungen solche gebaut werden, ohne daß Würt-temberg direkten Antheil durch Anschluß an-dieselbe nimmt, so istzu fürchten, daß die benachbarten auswärtigen Postverwaltungen alleihre Transporte, sowohl Briefe als Pakete, so lange als möglich aufdenselben werden gehen lassen; daß also unsere Postverbindungen,gegenüber der ganzen Strecke auswärtiger E.B.B., sich auf wenigePunkte reduziren werden, weil eS den ausländischen Posten nicht -

mehr rentiren dürfte, bloß um des eigentlich Württembergischen Ver- !

kehrs willen, der ohne E.B. des größten Theils der bisher bloßtransitirenden Personen und Waaren rc. entbehren dürfte, besonderePosteinrichtungen zwischen vielen württemb. und auswärtigen Plätzenbestehen zu lassen. Jedenfalls würde, während alle auswärtigenStaaten ihre Postanstalten fortwährend verbessern, die würtb. Postzu Verbesserungen weder Antrieb erhalten, noch auch ohne Schadensie nur weiter vervollkommnen können."

3) Bewirkt eine würtb. E.B. Ersparnisse an der Transport-masse der aus- und eingeführten Waaren, und es steht nichts imWege, diese Ersparniß auch in einem annähernden Zahlenausdruckedarzustellen. Es bieten sich hiefür zwei Anhaltspnnktc dar: 1) eineSummirung des durch Ein- und Ausfuhr bewegten Transports(Memminger, Beschreibung rc- S. 460 ff.). Hiernach ergeben sich