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Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
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162
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Urproduktion und Fabrikation in ein richtiges Verhältniß zu den Be-dürfnissen und dem Einkommen der Nation sezt und der ganzen Volks-wirthschaft erst Zusammenhang und Festigkeit verleiht dieser Bin-nenhandel bedient sich als seiner beweglichen Werkzeuge der Fuhr-werke und Schiffe, welche Privatunternehmern, als seiner unbewegtchen Transportmittel der Niederlagen, Landstraßen, Kanäle und E:B.D-,welche dem Sraate, den Gemeinden oder ganzen Vereinen angehören-Diese Werkzeuge vervollkommnen und den Binnenhandel heben, die-sen heben und die Produktion erweitern ist gleichbedeutend, wofernüberhaupt Grundkräste vorhanden, welche einer Steigerung fähig sind-Dcr Binnenhandel bewegt sich auf den viel verzweigten undverschlungenen Kommunikationslinien, welche Städte und Dörfer und -diese unter einander verbinden. Selbst Fußpfade und Felssteige sindseine Wege, auf welchen er zum Tauschgeschäfte eilt. Sonach schei-nen einzelne E.B.Iinien dem inneren Verkehre eines Landes geringeDienste zu leisten, und dieß scheint- auch der Grund zu seyn, warumman sie schon in nationale, provinzielle und lokale eingetheilt hat-Es versteht sich von selbst, daß Deutschland , wenn man einige lokaleausnimmt, sein E.B.netz mit Nationalbahnen beginnt; eben so ein-leuchtend aber ist es, daß jeder einzelne Staat die Route, die er indeutsch -nationalem Interesse baut, zugleich seinem speziell-nationalenZwecke anpaßt. Daher handelt es sich für Württemberg um einenationale E.B. in allgemein deutschem und in württembergischemSinne. Ob es später auch zu provinziellen E.B.B. kommen werde,diese Frage dürste, so lange es sich erst noch um Realistrung derhöheren Ordnung handelt, als eine unzeitige, unzweckmäßige Frageerscheinen, wenn dieselbe nicht bereits andern Orts durch Hindeu-tung auf eine specielle Neckarbahn, den Fluß aufwärts his Rotten-Lürg (S. oben S. 11 l), in Anregung gebracht worden wäre. In-zwischen scheint wir schon in der natürlichen historischen Fortent-wicklung des modernen Transportsystems zu liegen, daß es sich allewichtigeren, in einen Hauptstamm einmündenden Seitenstraßen, wennauch in veränderter Gestalt, z. B. als Pferdebahnen, nach und nachasstmrliren werde, so daß auch die übrigen Gegenden des Landes sichmit der Zeit des Genusses eines modernen Transportsystems zu erfreuenhaben dürften. Und zwar wird man es erleben, wie sich dieß vonselbst so ergibt. Denn in allen Dingen wirkt die Gegenwart einervollkommenen Ordnung mit nnhintertreiblicher Nothwendigkeit aufuntergeordnete Stufen zurück und sucht diese mit sich in Ueberein-stimmung zu setzen, zu sich zu erheben. Wir haben das Beispiel anunseren Chausseen. Da wo jczt treffliche Kunststraßen das Land durch-furchen, sah man noch vor hundert Jahren gewöhnliche Straßen, diekaum so gut waren, als die Vizinalwege, welche jezt unsere Dörferuntereinander verbinden. Man vervollkommnete erst die Hauptrou-ten, und unmerklich folgte die Verbesserung aller übrigen Kommuni-kationen nach, sie folgte von selbst und mit Nothwendigkeit nach-