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Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
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und 821790 Centner, welche die ganze Strecke von Heilbronn bisKannstadt durchlaufen. Man trägt sich im Publikum mit der Idee,diese Verbindung durch eine bis Besigheim oder sogar Bietigheim fortgeführte Dampfschiffahrt zu vermitteln. Ich glaube dagegen be-merken zu müssen, daß die Dampfschiffahrt auf der fraglichen Neckar-strecke wohl gar häufig die Regelmäßigkeit nicht würde einhaltenkönnen, welche die Verbindung mjt einer Lokomotivbahn erfordert, wenndem reisenden Publikum Nutzen und Bequemlichkeit daraus erwachsensoll. Insbesondere würde der Gütertransport schon wegen der nö-thigen Umladung von der E.B. keinen Gebrauch machen können,sondern sich entweder auf der Achse oder auf dein Flußschiffe bisKannstadt bewegen. Es ist dieß überhaupt ein so wichtiger Punkt,daß man nicht sorgfältig genug seyn kann, in den Transportanord-nuiigen Alles zu vermeiden, was die Regelmäßigkeit, Wohlfeilheitund Schnelligkeit des Transports gefährden könnte. Die Regelmäs-sigkeit aber wird iir Gefahr gesezt durch ein Transportmittel, das inverschiedenen Jahreszeiten verschiedenen natürlichen Störungen ausge-sezt ist, die Wohlfeilheit und Schnelligkeit durch Umladungen unddurch einen mehr oder minder unbequemen und verzögernden Ueber-gang von einem Transportsystem zu einem ganz andern. Insofernschiene eine von Heilbronn zum Anschluß an die Kannstadt-Bruchsaleroder Psorzheimer Bahn geführte Zweigbahn mit Pferd- oder Lokomotiv-betrieb ein Anskunftsmittel, zumal wenn es sich zeigen sollte, daß einesolche Einrichtung nicht unverhältnißmäßig größere Kosten verursachenwürde als die Arbeiten und Werke, welche in Ausführung kommenmüßten, um der besagten Dampfschiffahrt eine ungehinderte Fahrt zubereiten. Im Uebrigen bin ich völlig einverstanden mit der An-sicht des Korrespondenten der Allg. Zeitung (27. Sept. 1841), wenner schreibt:Diejenigen Merkantilwaaren, welche schon gegenwärtigden beschleunigten Transport per Achse vorziehen, würden von undnach dem Rhein lediglich auf der E.B. sich bewegen (wie zumeistjezt schon auf den Straßen von Bruchsal und Pforzheim ), wogegendie meisten Niederländer Waaren, welche zu Wasser nach Heilbronn gelangen, dieser natürlichen Straße schwerlich entfremdet werden kön-nen, um so zuversichtlicher nicht, wenn die bereits seit einigen Jahreneingeleitete direkte Schiffahrt von Heilbronn sogar nach den holländi-schen Seehäfen, und wenn die gläubig zu hoffende Korrektion deSNeckars von Mannheim aufwärts bis zur württemb. Gränze diegünstigsten Transportkonjunkturen schaffen werden. Die Schiffahrtauf dem obern Neckar aber, von Heilbronn bis Kannstadt, dürfteauf den Transport der rohesten Gegenstände, als Bretter, Steine rc.beschränkt bleiben, bis endlich das sich ergebende Mißverhältniß deraufzuwendenden Erhaltungskosten dahin bestimmen wird, jenen Reich-thum der Wasserkräfte lediglich der Landwirthschaft und der Fabrik-industrie zu überlassen."

2) Sektion Kannstadt-Alb-Ulm. Der Uebergang über

Mährten, Eisenbahnen. 12