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Die Albbahn hat sich eines beträchtlichen Transports zu verse-hen. Schon jczt ist der Güterzug namhaft und belauft sich auf
Alb durch die Geschwindigkeit der abwärtSgehenden Bewegung wieder aus, aberdie beim Hinabgehen ersparte Dampfkraft wird beim Ansteigen wiederum in An-spruch genommen. Die Anwendung einer stehenden Lokomotive würde die wich-tige Folge haben, daß man 4—5 Bahnstunden weniger zubauen hätte, weilgroße Umleitungen wegfallen. Es früge sich Hiebei. in welchem Verhältniß dieAusgaben für diese höchst komplizirten Borrichtungen zu den Bau- und Betriebs-kosten einer verlängerten Bahnlinie, oder zu den Kosten einer Vorspannmaschineständen. Man steht, daß, welches Mittel znr Ucbersteigung der Alb mau wähle,jedes die umsichtigste, sorgfältigste Berechnung erfordert, wobei der Ingenieurden Mechaniker nie aus den Augen verlieren darf. Auf künftige Vervollkomm-nungen darf man sich nicht verlassen. Man hat fortwährend an der Maschineverbessert, deren LeistnngSkräfte erhöht und Geschwindigkeitsresultate erlangt,die aus Wunderbare gränzen. Allein die Wirkung dieser Fortschritte wird immerihre Gränze an den Steigungen der Bahn finden. Denn wenn eine Steigungvon 1 : 23V bereits eine größere und zwar die doppelte Kraftanstrengung gegeneine horizontale Ebene erfordert, so tritt das Bedürfniß einer möglichst geringenAnsteigung um so fühlbarer hervor. Selbst bei allen künftigen Verbesserungenan der Dampfmaschine wird dieses Bedürfniß nicht minder fühlbar bleiben, daim Prinzipe mit keiner Vervollkommnung etwas geändert werdenkann. DaS Auskunfsmittel, die Steigungen zu konzentrireu, findet aber beider Albbahn keine Anwendung, da die Steigung auf einer weitansgeholten, un-unterbrochen ansteigenden Linie nirgends unter l : 150 sinkt. — Vom Systemder Tunnel kommt man, »m dieß hier zu bemerken, nachgerade überall ab,indem man sie mit geringeren Kosten in Trancheen verwandelt. — Wenn ich obenvon einer Pferdebahn über die Alb sprach, so geschah es nicht, um eine solchezu empfehlen, sondern in der polemischen Absicht, der RemS-Vrenzbahn gegen-über auch diejenigen Verkehrsverhältniffe zu erörtern, welche auf der Grundlageeiner Pferdebahn sich entwickeln lassen. Ob Dampf- oder Pferdekraft bei Ueber-steigung der Alb den Vorzug verdiene, vermag ich nicht zu beurtheilen; nur soviel scheint mir klar zu seyn, daß unter Voraussetzung des nöthigen Transport-quantums jene wohlfeiler ist als diese, und daß die E.B.vcrwaltung durch einegedoppelte Betriebsweise wcitschichtiger und verwickelter wird, man müßte dennnur gesonnen seyn, die Pferdebahn über Ulm hinaus bis zum Bodensee fortzusetzen,wodurch das Departement der württemb. Schienenwege in zwei Sektionen zer-fiele. Inzwischen mögen einige Bemerkungen über Pferdebahnen hier ihre Stellefinden, nachdem ein im Jahr 1839 von dem Hru. Ingenieur Etzel erschienenesBroschürchen über die Nothwendigkeit und Ausführbarkeit einer E.B. durchWürttemberg sich ganz unbedingt für eine Pferdebahn über die Alb und über-haupt durchs ganze Land ausgesprochen hat. — Wood nimmt den Betrag einerPferdekraft bei einer Geschwindigkeitsbewegung von L^/s engl. Meilen (0,54deutsche, oder 1 Stunde) per Stunde zu 125 Pfund an. Andere bestimmen dieLeistung eines Pferdes, d. h. die nach Fortbewegung des eigenen Körpers demPferde zur Fortschaffung von Lasten übrig bleibende disponible Kraft zu ISO,200 u. s. w. Pfunden. Natürlich macht die physische Beschaffenheit des einzel-nen Thieres bedeutende Unterschiede, indem starke Pferde im Stande sind, eineKraft von 240 und selbst von 280 Pfund auf eine kurze Strecke auszuüben.Bleiben wir also bei einem Durchschnitt von 125 Pfund. Man nimmt dieReibung der Wagen ^ 1 : 240 ihres Gewichts; also wird das Gewicht, welcheseinen Widerstand von 100 Pfund auf einer Schienenbahn darstellt, 24000 Pfo.oder 12 Tonnen betragen. Mit andern Worten: 240 Pfd. drücken gleichsamauf die Schiene als 1 Pfund; mit 1 Pfund disponibler Kraft bewegt das Pferd240 Pfund, also bewegt es mit 100 Pfo. disponibler Kraft 24000 Pfund oder12 Tonnen, mit 125 Pfd. disponibler Kraft 15 Tonnen oder 300 Ctr. — aufeiner horizontalen Ebene. Legt es nun täglich 20 engl. Meilen oder 4'/r
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