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776997 Ctr. per Wegstunde. Die neuesten Ausnahmen sollen einnoch größeres Quantum ergeben haben. Jedenfalls wird sich das-selbe durch eine E.B. beträchtlich vermehren. Ich erinnere in dieserBeziehung
deutsche Meilen zurück, so bewegt es, auf 1 eugl. Meile reduzirt, 300 Tonnen,und wenn inan 8'/: Pfund Reibung per Tonne abzieht, 298 Tonnen, 14 Ctr.,LO Psd. — Allein d,ie Kraft, welche ein Pferd auf die Last auszuüben im Standeist, nimmt bedeutend ab, wenn die leztere mit großer Geschwindigkeit fortgeschafftwerden soll. Bei einer Marimum-Geschwindigkeit von 10 eugl. Meilen (2,17deutsche) per Stunde bleiben dem Pferde nur 42 Pfund disponibler Kraft zuBewegung einer Last. Es kann also nur 5'/-s Tonnen bewege», und wenn eS13 engl. Meilen zurücklegen soll, nach Abzug von 8h'sPfd. Reibung per Tonne,nur 64"/» Tonnen, auf 1 Meile reduzirt. Folglich verhalten sich die relativenWirkungen bei 2'/- und 10 engl. Meile» wie 300 : 64. (Herr Etzel bestimmtdie Leistung eines Pferdes von mittlerm Schlag auf eine Entfernung von vierdeutschen M. in der Ebene zu 12 Tonne» bei einer Geschwindigkeit von b.M. per Stunde, und zu 2,5 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 2 d. Meilenper Stunde.) — Endlich schmälert auch die Neigung der Ebene die disponibleKraft des Pferdes. Nach Wood beträgt die Leistung eines Pferdes bei einerGeschwindigkeit von 2'/- engl. M. per Stunde auf einer ebenen Bahn 14.7Tonnen, und so bei allen dazwischen liegenden Steigungen bis 1 : 600. Vonhier an beginnen folgende Verhältnisse:
Neigung der Ebene. Last in Tonnen.
1 : 500 13,86
1 : 448 13,33
1 : 400 12,76
1 : 350 12,08
1 : 300 11,27
1 : 250 10,31
1 : 200 9,14
1 : 150 7,68
1 : 100 5,82
Bei einer Steigung von 1 : 33 verschwinden die Vortheile der Schienengcleisegegen die Oberfläche einer gewöhnlichen Straße. Ziehen wir hieraus die Re-sultate, so finden wir: 1) eine Pferdebahn kann noch Ansteigungen von 1 : 33bestehen lassen, da es keine Schwierigkeit hat, auf Stationen von solcher Stei-gung Vorspannpferde zu halten. Zugleich ist daraus zu entnehmen, welcheStrecken der bestehenden Chaussee über die Alb beibehalten werden könnten.Die Geißlinger Steigs hat durchschnittlich eine Steigung von 1 : 20 bis 1 : 17.2) Eine Pferdebahn ist wohlfeiler zu bauen als eine Lokomotivbahn, da eine beiweitem geringere Erbmasse behufs der Ausführung von Einschnitten und Auf-dämmungen zu bewegen ist und für Thal- und Flußübergänge leichtere Kvnstruk-tionsarten angewendet werden können. Diese Ersparnisse an Baukosten, welcheeine Pferdebahn gegenüber einer Lokomotivbahn bewirkt, bilden eines der Ele-mente, aus welchen die Wahl für diese oder jene sich wird entscheiden müssen.Das andere Element bilden die beiderseitigen Betriebskosten, wobei Pferdefuttcru. Steinkohlen, die zu erwartendeTransportmaffe und die für dieselbe wünschens-werthe Geschwindigkeit ins Auge zu fassen sind. Endlich muß man sich auchfragen, ob eine Lokomotiv - oder Pferdebahn mehr geeignet ist, die Verkehrsbe-ziehungen zum Auslande zu sichern. Der Heilbronner Eingabe scheint es zwargleichgültig, „ob künftig 10—20000 Menschen Württemberg besuchen oder nicht,da diese Anzahl die E.B. nie zu alimentiren vermöchte;" ich bin jedoch andererMeinung und glaube, daß der Besuch Fremder für ein Land mannigfache Vor-theile mit sich führt, die man nicht so leichten Kaufes opfern darf.
Schließlich mache ich noch den Leser auf die von Herrn Ingenieur Etzel