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Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
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dieß nirgends so in dein Maße finden wie in Württemberg . Es fließtaus der Art der. Jugenderziehung, aus dem Verwandtschaftshimmel,wenn man mir diesen Ausdruck erlauben will, auö dem gemüthlichmittheilsamen Charakter des Schwaben , und ich wäre in der Thatin Verlegenheit, wenn ich beweisen sollte, daß der Württembergereine besondere Neigung zur Seßhaftigkeit habe. Da seine Reisen zuFuß und zu Wagen innerhalb der Gränzen des Einkommens sichbewegen, so sehe ich auch nichts Verwerfliches darin, wie es ihmdenn kein Vernünftiger verübeln wird, wenn er, die wohlfeile Gele-genheit der E.B.B. benutzend, sich künftig auch außerhalb Landesmehr. als bisher umsehen wird u. s. w.

Endlich will ich noch auf die kurze Strecke von Stuttgart nachKannstadt aufmerksam machen. Man wird mir nicht widersprechen,wenn ich sage, daß in den Tagen des Kaunstadter Volksfestes 8 bis10 bis 15000 Menschen diese Straße hin- und herziehen, daß anSonntagen, an heißen Sommertagen 5 bis 1500 Stuttgarter unddrüber in Kannstadt zu treffen sind. Eine E.B. verdoppelt diese letztge-nannte Zahl, theils weil man den Weg ins Neckarbad mit der größ-ten Geschwindigkeit hin- und her zurücklegt, theils weil man wenigerStaub und üble Gerüche des Nesenbachs einzuathmeu bekommt —zwei Umstände, die bisher eine Menge Menschen abhielten, denNeckar und die Kannstadtcr Bäder fleißiger zu benützen. Dadurchwird diese kurze Bahnsektion zu einer ausgezeichnet frequenten Strecke,welche durch ihr Plus wohl im Stande ist, Frequenzlücken auf an-deren Punkten der Langbahn zu decken. Wie mir scheint, so trügeeS sich vollkommen aus, vom Mai bis Oktober eine eigene leichteMaschine für den täglichen Personendienst zwischen Kannstadt undStuttgart hin- und hergehen zu lassen, und zu dem Ende ein Dop-pelgeleise zu errichten; auch unterliegt es hier keinem Anstaube, hö-here Fahrpreise als auf der übrigen Bahn sich zahlen zu lassen.

2) erinnere ich an den Anstoß, welchen der Verkehr auf derAlbbahn künftig durch eine Festungsgarnison von 5000 Mann unddurch die dadurch entstehenden amtlichen und familiären Beziehungenzum Unterlande und zum Auslande erhalten wird: ein Zuschuß anFrequenz, welcher der ganzen Bahnstrecke zufällt. Zudem zähle ichUlm selbst, als Bundesfestuug, in die Klasse derjenigen Sehenswür-digkeiten, welche Vcrgnügungsreisende anzuziehen und Geschäftsrei-sende, wenn sie schon einmal in der Nähe sind, zu bestimmen ver-mögen, ihren Weg vom Rhein nach der Donau und umgekehrt überWürttemberg zu nehmen. Ja, wenn es erlaubt ist, einen in andererBeziehung höchst zweideutigen Vorzug einer Albbahn an diesem Ortegeltend zu mache», so glaube ich, daß die Kühnheit ihrer Ausfüh-rung und die Mannigfaltigkeit ihrer Werke, in Verbindung mit denNaturschönheiten, die an ihren beiden Abdachungen sowohl in un-mittelbarer Nähe als in der Ferne dem Reisenden entgegentreten,Ausländer, die einmal reisen, wohl bestimmen dürfte, „aus entfernten