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Ländern einer württemb. E.B. zu lieb den Weg über unser Land zunehmen" — was die Heilbronner Eingabe bezweifelt.
3) muß die Bevölkerung, welche längs des Bahnzugs wohnt, nochin Betracht kommen. — Man hat eine dreifache Methode, den Perso-nenverkehr, der sich auf einer E.B. erwarten läßt, zu schätzen. 1) Mannimmt, nach amerikanischen Erfahrungen, die längs des Bahnzugswohnende Bevölkerung in verdoppelter Zahl an; 2) man verdoppeltdie Einwohnerzahl der Stationsorte der E.B.; 3) man verdreifachtdie Durchschnittszahl der Reisenden, welche in den leztverflossenen dreiJahren auf der Chaussee gereist haben.
sä 1) erhalten wir 99258 Einw., in runder Summe 100000Einw.; nämlich in Städten ortsanwesende Einwohner: Stutt gart 38727, oder mit den eingebürgerten Dorfschaften (Berg w.)-12217; Kannstadt 5451, Eßlingen 8853, Göppingen 5490, Geiß-lingen 2216, Ulm 16231 — zusammen 80458; in den Dörfern18800, wobei zu den an der gegenwärtigen Landstraße gelegenenOrtschaften nur noch Ueberkingcn und Wiesensteig geschlagen sind,an welchen die E.B. vorüberführt. Somit ergeben sich 100000si- 100000 — 200000. — Der Kritiker der Rentabilitätsberech-nung (K., Schwäb . Merkur 23. Dez. 1841) macht eine Ausstellungüber die Worte: „längs dcS Bahnzugö." Er sagt: „Sind bloß dieOrte gemeint, welche von der Bahn berührt werden, so läßt sichnicht sagen, daß zwischen Stuttgart und Ulm weit über 100000Menschen wohnen; sind aber auch diejenigen gemeint, welche rechtsund links der Bahn liegen, so kann man rechts und links beliebigausdehnen, und so gelangt man zu jeder beliebigen Zahl." — Mandarf nicht nur das rechts und links ausdehnen, sondern 'man mußes ausdehnen. Dieß beweise ich aus einem physischen Gesetze, ver-möge dessen ein Thalfluß alle Quellen und Bäche, welche von denAbhängen der das Thal begränzenden Gebirge Herabrinnen, ansam-melt. Man blicke auf die Karte; es ist eine physische Nothwendig-keit, welche die auf den Höhen und in den Seitenthälern des Neckar -nnd Filsthals wohnenden Menschen nöthigt, in den gemeinschaftli-chen Verkehrskanal einzumünden, wenn sie nach irgend einer Rich-tung der Bahntrace Verkehr treiben wollen. Ich behaupte daher,daß man nicht nur die Oberämter Kannstadt , Eßlingen , Göppingen und Weißlingen ganz, sondern daß man auch einen bedeutendenTheil der Oberämter Schorndorf , Kirchheim , Gmünd, Heidenheim ,Blaubeuren und Ulm in Berechnung ziehen muß: da z. B. demDonzdorfcr, Weisenstciner, Wiesensteigcr, der nach Stuttgart , demSchorndorser, Kirchheimcr, Gmnndcr, der nach Ulm will, kein ande-rer Weg übrig bleibt als das Neckarthal und die Geißlinger Steige,so daß mithin diese Route an sich schon durch ihre physische Beschaf-fenheit und ganz abgesehen von einer E.B. als Magnet auf denSeitenverkehr wirkt. Anders verhielte sich's, wenn die E.B. durchein plattes Land ginge, wo nach allen Richtungen hin die Bewe-