Buch 
Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
Entstehung
Seite
188
JPEG-Download
 

188

welche schon gegenwärtig auf der fraglichen Route bewegt werden,Albstrecke, so daß das Plus dieser einzelnen Strecken wohl geeigneterscheint, eine aus allen Posten deS Zwischenverkehrs zusammengesezteTotalfrequenz zu konstituiren, welche den 150000 Passagieren meinerAnnahme 410 täglich) sich annähern dürfte.

Hinsichtlich des Gütertransports auf der Kannstadt-Ulmer Bahnbemerkt K. Folgendes:Wenn von Kannstadt nach lllm und vonda nach Kannstadt eine jährliche Bewegung von zwei MillionenCentnern angenommen wird, so kommen auf den Tag, das Jahr zu31.1 Fahrtagcn gerechnet, ungefähr 6400 Centner oder 100 vier-spännige Wagen, jeder mit einer Belastung von 64 Centnern, alsodie Pferdslast zu 16 Centnern gerechnet. Diese 100 vierspännigenWagen müßten aber den Weg von Kannstadt nach Ulm ganz zurück-legen. Ein Wagen, der z. B. bloß von Kannstadt nach Eßlingen geht, würde nur für einen Zehntelswagen, und ein Wagen, der vonKannstadt nach Göppingen geht, nur etwa für einen Drittelswagenzu rechnen seyn. Wer mit der Frequenz der Straße zwischen Kann­ stadt und Ulm einigermaßen bekannt ist, wird mir daher beistimmen,wenn ich die zu 2 Mill. Centnern angenommene Güterbewegung auf943,000 Ctr. reducire. Diese Reduktion wird meines Erachtens nochweiter dadurch gerechtfertigt, daß es sehr dahin steht, ob gerade alleGüter, die sich bisher zwischen Cannstadt und Ulm bewegt, der dcr-einstigen E.B. zufallen werden, was namentlich bei Bauholz, Bret-tern, Bausteinen, Gyps und dergl. Gegenständen sehr zu bezweifeln ist."

Hiegegen bemerke ich, wie folgt: 1) die amtliche Aufnahme desGütertransports weist 1,035294 Ctr. Güter mit 776997 Ctr. perWegstunde oder für die ganze Bahn auf. Die Rentabilitätsberech-nung sezt 2 Mill. Ctr.; K. reduzirt die leztgenannte Summe beliebigauf 943000 Ctr. und erhebt die amtliche Angabe um 166003 Ctr.Wie er zu dieser Erhöhung kommt, sehe ich nicht ein, da ja Bau-holz, Bretter, Bausteine, Gyps (ein Hauptbestandtheil des Transportsauf jener Route) nach der Ansicht ves Verfassers der dereinstigenE.B. nicht zufallen werden. 2) lehrt die Erfahrung an gemeinenLandstraßen, daß Verbesserungen die Transporte vermehren und oftnach kurzer Zeit verdoppeln; denn leichter mag es geschehen, daß einReisender von der verbesserten Route absieht und auf weniger gutenStraßen seinen besondern Zwecken nachgeht, als daß der Gütertrans-port dieselbe umgeht, da dieser schlechterdings und immer die besteund wohlfeilste Straße aussucht. Verdoppelt man aber die gegen-wärtige Transportmasse, so ergeben sich 1,550000 Ctr. Dem Ver-nehmen nach hat die neueste amtliche Aufnahme der Personen- undGütcrbewegnng auf der Ulmer Route ein gegen das frühere weitgünstigeres Verhältniß ergeben.^ 3) tritt derselbe Fall ein wiebei der Personcnsrequenz; man muß das Minus der einen Trans-portstrecke und Trausportzeit durch das Plus der andern supplircn.Zugleich muß man sich die Dinge selbst recht anschaulich machen,