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Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein mit besonderer Rücksicht auf Württemberg / von J. Mährlen
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191
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ES leuchtn ein, daß diese Bevölkerungsverhältnisse einer mitLokomotiven betriebenen E.B. keine Aussicht auf Ertrag geben. Obeine Pferdebahn oder ein Kanal den Vorzug verdiene, wäre Gegenstandvon Studien und Untersuchungen, aus welche ich verzichte.

Noch mochte die Frage entstehen, ob der im bisherigen mehrnach seinen unmittelbaren Verkehrsverhältnissen betrachtete würtemb.E.B.Stamm auch denjenigen Gegenden des Landes, welchen er ent-fernter liegt, Nutzen gewähren werde? Die Antwort ist theils in denallgemeinen Andeutungen gegeben, welche bei den einzelnen Bahnsec-tionen vorgebracht worden sind, theils will ich hierüber noch inwenigen Worten meine Meinung aussprechen. Die Kannstadt-Badener Linie mit ihrer Zweigbahn nach Heilbronn affizirt die Vet-kehröbczichungen fast des ganzen westlichen Theils des Unterlandes;geschieht der Anschluß bei Pforzheim , so sind die Thäler der Enzund der Nagold zunächst dabei betheiligt. Die auf dem rechten Uferdes NeckarS gelegenen Theile des Unterlands, die Thäler der Jartund des Kochers werden theils durch die Heilbronner Zweigbahn,theils durch die Ncckardampsschiffahrt inslucnzirt. An der Cannftadt-Alb- Ulmerronte participiren, wie oben gezeigt wurde, daö obereNeckarthal und die zur Seite laufenden Thäler der Rems und Brenz.Die Ulm -Bodenscebahn kommt dem Verkehr, welcher von der Albund aus den an der Donau gelegenen Seitenthälern derselben nachdem Bodensce sich bewegt, so wie sämmtlichen der Bahntraee zurSeite liegendeir Oberümtern Oberschwabens zu gut. Ueberhauptwerden für manche, selbst entferntere Punkte des Landes, welche aufden ersten Anblick als ganz unbetheiligt erscheinen, durch den sich ent-wickelnden Seitenverkehr, welcher nach der Bahntraee hin einen festenZug sich suchen und gewinnen wird, Vortheile sich herausstellen, diein diesem Augenblicke noch Niemand zu ahnen vermag. Zugleichbeharre ich aus meiner Ansicht, daß jedes höhere Verkehrssystem mitder Zeit auch die niedrigeren und untergeordneten umbilden und sichähnlich machen werde, so daß mithin daö Institut der E.B.B. inWürttemberg kein beständiges Privilegium der jetzt projektirten Stamm-linien bleiben wird.

Der ^ianm verbietet es, auf das Kapitel der Mittel und Wegegenauer einzugehen; ohnedieß gehört die Sache nicht in den Bereichder Aufgabe, die ich mir gestellt habe. Da inzwischen angesichts desgroßen uns bevorstehenden Aufwandes, d. h. angesichts einer neuenStaatsschuld, deren Betrag bis auf 56 Millionen dem der alten Schuldgleichkommen wird, mannigfach die Kreirung von Papiergeld in Anregunggebracht und hie und da mit unverständigem Leichtsinn die Meinung aus-gesprochen wurde: die sichere Rentabilität der Bahn durch eine un-verzinsliche Schuld, d. h. durch Papiergeld zu erzielen: so kann ichnicht umhin, denjenigen, welche dieser Ansicht sind, einigen Aufschlußüber ein Tauschmittel zu geben, das mit dem Gifte die Eigenschaft