626
Die Fruchthäufchen sind:
a. Nach ihrem Ursprung:
1. aus beiden Flächen entspringend (ex utrague pagina orti): bei Olsersia corco-vadensis (Fig. 2342, ab.), bei Osmunda;
* Bei Osmunda regalis (Fig. 2310.) sieht man an den untersten, noch wenig veränderten,fruchttragenden Vlättchen die aus beiden Flächen entspringenden Fruchthäufchen zum Theil nur eineEinfassung des Randes bilden; weiter gegen die Spitze des Blattes wird aber Las Parenchym derVlättchen ganz verdrängt und die nackten Nerven tragen die Fruchthäufchen, so daß das Anseheneiner geknäulten Rispe entsteht, welche jedoch noch in der doppelt gefiederten Form ihre» Ur-sprung aus dem Blatte verräth. Bei andern Arten, wie bei Osmunda cinnamomea (Fig. 2311, b.),ist endlich das ganze fruchttragende Blatt in diese Rispenform umgewandelt und schließt sich demrispenförmige» Fruchtstandc der Aneimia - Slrten (Fig. 2336.) an.
2. aus dem Rücken entspringend oder rückenständig (e dorso orti s. dorsales):bei den meisten Farnen;
* Die rückenständigen Fruchthäufchen stehen gewöhnlich auf den Nerven und Adern des BlattcSund nehmen bald Las verdickte Ende, bald die Mitte, bald die Länge der Nerven ein. Seltenstehen sie auch in den Zwischenräumen zwischen den Nerven und Adern, wie bei Olkorsia (Fig.2342, a.) und Acrostichum (Fig. 2300, c.), wo sie gleichsam in einen einzigen großen Haufen zu-sammenfließen, welcher die untere oder beide Blattflächen ganz oder zum Theil bedeckt. Auch beiOsmunda wird diese Stellung zwischen den Blattnerven, obgleich weniger deutlich, beobachtet.
b. Nach ihrer Gestalt und Lage:
3. rundlich (sulrrolundi) : Polypodium (Fig. 2301, 2302, 2325, 2330 ), Woodsia(Fig. 2359, ab.), Aspidium (Fig. 2349, 2357.);
* punktförmig (punctiformes) nennt man die Fruchthäufchen, wenn sie sehr klein sind, wiebei Laccolorna elegans Kaulf. und einigen Polypodium- und Aspidium - Arten (Fig. 2324, 2328.).
4. strichförmig (lineares), einen mehr geraden Streifen bildend: Aspleninm (Fig. 2287,2307.), 8colopendrium (Fig. 2297.), Diecbnum (Fig. 2296.), Pleris (Fig. 2345.);
* länglich (oblongi), wenn sie kürzere und dickere Streifen bilden: AVoodwardia (Fig.2331.), Oasscbeeria, Iricliopteris (Fig. 2352.).
5. mondförmig (lunaii 8. Innulali), wenn sie einen starken Bogen oder Halbkreis be-schreiben: Lonchitis (Fig. 2343, ab.);
Synon.: meniscoidei.
6. winkelförmig (gnomonici) , wenn strichförmige Häufchen auf winkelförmig gebogenenNerven stehen: Dlenisciurn sorbilolium (Fig. 2344);
* Dieser Ausdruck ist mehr bezeichnend als die gewöhnlich dafür gebräuchlichen mondförmigoder fastmvndförmig (lunulati s. sublunulati), welche nur auf die vorhergehende Form passen.
7. ungestaltet (amorpln), wenn die Fruchthäufchen, zusammenfließend, die Blattflächeganz oder zum Theil bedecken: Aorosticburn (Fig. 2300, e.) Ollersia (Fig. 2342, a.);