Allgemeine Einleitung.
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Zwölftes Kapitel.
Äon dem Nutzen und Schaden der Insekten.
Heberhaupt sind sie dem Naturfreund, dem eigentlichen Naturforscher, dem Arzt und demOekonomen wichtig genug. Viele unter ihnen gewähren uns wegen ihrer Schönheit, we-gen ihres Farbcnschmucks, womit sie unser Auge ergötzen, Vergnügen. Viele setzenuns wegen ihrer Zeichnung, ihres Körperbaues, und sogar die unscheüilichsteu Arten we-gen ihrer Kunsttriebe in Bewunderung, ob sie gleich den unverdienten Namen, Unge-ziefer erhalten. So sind z. B. die Termiten (termes L. et F.) in Afrika bewundrungs-würdig, deren ei» Theil ungeflügelt und zugleich geschlechtslos, ein Theil geflügelt und zurFortpflanzung, und der dritte zur Vertheidigung bestimmt ist. Die Geschlechtlosen ma-chen das arbeitende Volk aus, die gemeinschaftliche Wohnungen und Vorrathshäuser er-richten, die sich zuweilen zehn bis zwölfSchuh über die Oberfläche des Bodens erheben.Man sehe Heinrich Shmeathmanns Sendschreiben über die Termiten 1783, des-gleichen Fü eßly neues Magazin der Entomologie, 2. Band, 1784 Zürich .
Es sind nicht nur mehrere Insekten, die dem Menschen wichtige Vortheile ver-schaffen, z. B. die Bienen wegen Honig und Wachs, die Cochenille als ein köstlich Farbe»Materiale, die Spanische Fliege wegen Blasenziehen, der siebenpunktirte und andereMarienkäfer (denen sonst auch des G erli zahnschmerzstillender Rüsselkäfer zugesellt wurde),Hegen Zahnschmerzen, die Ameise wegen eines Spiritus, die Maywürmcr als Mittel ge-gen den tollen Hundsbiß, die Kellerwürmer ebenfalls in der Medicin, die Galllnsekten we-gen
r) Auch die Spinne hat sich in neuern Zeiten,besonders seit 1796 merkwürdig g>cmacht. DieAlten wußten schon, daß die gegenwärtigeoder zukünftige Witterung die Arbeit derSpinnen bestimme. Schon Aristoteles sagt, daß die Spinne bey heiterm Himmelarbeite, und die Kälte scheue, sich im Win-ter verberge; und Plinius : daß sich ausden Spinnen vorhersagen lasse. Denn, heißtes hist. nat. lib. XI. cap. 2g, ehe die Flüsseanschwellen, machen die Spinnen ihr Ge-webe höher. Bey heiterm Himmel webensie, bey trübem nicht. — In den neuern
Zeiten machte ein Franzos, QuatremereDisjonval, die Entdeckung des beständi-gen Verhältnisses zwischen dem Erscheinenund Verschwinden, der Arbeit oder Ruhe,dem mehreren oder mindern Umfang der Ge-webe und Anhängefäden der Spinnen vonverschiedenen Arten, und die atmosphärischenVeränderungen, von dem schönen Wetterzum Regen, von der Hitze zur Kälte u. s. w.Welche Wissenschaft Araneologie genanntwird. Dieser Kenntniß schreibt man Hol-lands Eroberung durch die Franzosen in demobgedachten Jahr zu.
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