Band 
Dritter Theil.
Seite
688
JPEG-Download
 

(88 Dritte Horde der Phalänen, die Spanner. Siebente Familie.

die Flügel sämmtlich mit wechselnden breiten, dunkeln und hellen Wellenlinien überzogen wären.Eine feine schwarze Linie umgränzt die scheckigen Franzen des Hinlerrandcs. Und so ist auchdie Unterseite beschaffen. Bey beyden Geschlechtern sind die Fühlhörner fadenförmig und derKörper von der Grundfarbe der Flügel. Die von Fabricius als braun beschriebene Raupemit röthlichcn Rückenlinien und einer bläulichen Seitenlinie, fand ich (Sckarfenberg) nur ein-mal im Grase, und da sie sich bald zur Verwandlung schickte, nahm sie kein Futter an; sie warvon Farbe eigentlich greisgrau, kürzer und kleiner als die Jacobekrautspanner-Raupe. Sie ver-puppte sich 179: am 10. Junius in einem durchsichtigen Gespinste, ruhte 20 Tage und erschienals Schmetterling am 1. Julius. Zufolge zweyer Generationen erscheint er so wohl im May alsJulius in Wäldern, wo wenigstens hier zu Lande kein Geißblatt (Zaunlclie, Lome. caprif-olium)wild wächst, worauf doch die Wiener Entoniologen die Raupe gefunden haben wollen. Dadieses also ihre eigentliche oder alleinige Futterpflanze nicht seyn kann, sondern wohl gar eineAusnahme von der Regel ist: so ist es schwerlich ein eigentliches Forstinsect. Man trennt esmit Recht von der Familie der wechselnden Spanner, und zieht sie zu dieser siebenten.

r. Ein anderer, nämlich der Jaco bskrautspanncr, Fbal. Geom. lacobaearia BorkhausenV. 253. n. 110. der vermuthlich die Phalaena Fluviaria des Fabricius ist, und ein Ausmaßvon 1 Zoll 3 Linien Fiügelbreite hat, ist mehr nützlich als schädlich, weil die Raupe außer demJacobskraut (Senecio jacobaea L. und Leinkraut, auch ein Forstunkraut: die Färberblume(Genista tinctoria L.) zur Ncihruugspflanje hat. Von ihren auf beyden Seiten strohgelben,maltbraunbestäubten vier Flügeln sind die vorder» etwas sichelförmig, und haben 2 ockerbrauneStreife oder zuweilen Punctcnreihen; die Hinterflügcl haben einen dunkeln Mittelpunct baldmit, bald ohne eine Punctcnreihe. Diese Reihen oder Streifen sind bcv vielen Stücken nur alsAnfänge sichtbar. Die Franzen färben sich von der Flügclspitze bis zur Mitte des Hinterrandesbraun, und weiterhin strohgelb. Das ganze Jnsect ist mit den Flügeln gleichfarbig und bestäubt,so auch die Fühlhörner, die aber am Männchen braune Fasern haben. Seine weiße dünnleibigeRaupe führte bald zwey violette Rückenstreifen und an jeder Seite einen gleichfarbigen unter demBauch, und gleichfarbige Füße, bald drey schmutzigbraune Rückenstreifen, wovon der mmeistesehr dünn war, und dergleichen am Bauch. Zuweilen war die Grundfarbe blaßgelü, die Streifeund Füße aber violett. Borkhausen eignet dem Kopfe eine violette Farbe zu, ich finde aberdavon nichts in meinem Aufsähe. Sie findet sich nicht selten vom August bis spät in denHerbst auf obigen Pflanze», überwintert aber, und verpuppt sich entweder zu Ende des Mär-zes oder erst zu Anfang des Mays in einem sehr schönen, bald feuersarbenen, bald blaßrosenfar-bigen Gewebe, um nach einer 4 bis 6 wöchentlichen Ruhe sich zu entwickeln. Sonderbar ist es,daß das Weibchen bey dieser Art kleiner ist, als das Männchen. — Genaue Zeichnungen vondiesem Spanner und dessen Raupe und viele andere Zeichnungen von Schmetterlingen wurden,um den Scriba ischen Beytragen einverleibt zu werden, vor zehn Jahren oder länger, vonhier aus abgeschickt, aber die Verlagehandlung wurde in jenen unruhigen Zeiten an der Fort-setzung gänzlich gehindert. Man führt dies nur deshalb an, weil sich Herr Borkhausena. a. O- auf eine Abbildung in den Scribaischcn Deytr. 4. Heft bezieht, die ausgeblieben ist,ohne daß eine Zurücksendung erfolgt wäre. S ch.

X'

Achte