Band 
Dritter Theil.
Seite
739
JPEG-Download
 

7)9

Dritte Horde der Phalänen, die Spanner. Drepzchnte Familie.

Natur an Strauche gewiesen ist, bie oft die Hälfte der Gartenhagen in hiesigen Gegen,den ausmachen; fo fällt sie nicht nur den Liebhabern der darauf wachsenden Früchte sehrbeschwerlich, sondern sie macht auch die Gartenhecken so kahl und verursacht einen solchenUebelstand, ja wenn sie einige Jahre unausgesetzt ihre Verwüstungen fortsetzte, verderbtesie manche Hecken so gänzlich, daß es sehr zu wünschen ist, man möge sich eine kleineMühe nicht verdrießen lasten, dies Uebel einigermaßen "zu vermindern.

Mittel dagegen, i. Bey neu anzulegenden Hecken pflanze man sie so weitläuf-tig, daß die Reißer oder Setzlinge künftig nur mit den Köpfen oder der Krone zusammenwachsen können, unten aber an den Stämmchen Lücken bleiben, damit man im spätenHerbst, wenn es schon gefroren hat, und bis gegen Anfang des Frühlings, die Blätterunter den Hecken bequem wegnehmen und verbrennen, also die daran liegende Raupenbrutausrotten kann. Sind die Anlagen von Stachel, und Johannisbeeren schon da, unddichter gewachsen, als es oben verlangt wurde, und man wollte oder könnte keine Aende-rung machen, so wird es doch immer etwas fruchten, wenn man das abgefallene Laub soviel möglich wegräumet und verbrennt.

2. Bey Erscheinung der überwinterten Raupe im April und May erschüttere mandie nur ausgeschlagenen Hecken, die man angefressen findet, durch einen unversehcnenSchlag mit einem Stückchen, aber nicht so stark, daß man den Hecken schadet; und die dar-auf befindlichen Raupen werden sich sogleich an Fäden herablassen und in der Luft hängenbleiben. Man nimmt sie ab, oder schlägt sie vollends herunter, und tritt sie todt. Die-ses muß aber an gelinden Tagen geschehen, weil sie bey rauher Witterung in ihrenSchlupfwinkeln an dem Boden verborgen liegen.

z. Gleich nach der Verpuppungözeit sucht man die Puppen auf, und verwüstet siemit stumpfen Besen oder mit dem Streichholz. Dieses muß aber von den letzten Tagendes Mays, durch den Junius und Anfang des Julius, wenigstens wöchentlich einmalgeschehen.

4. Ist das vollkommene Jnfect im Julius und August vorhanden, so klopfe manöfters behutsam mit einem Stückchen an die Hecken, in denen sich die Schmetterlinge auf-halten. Sie fliegen bey dem Geräusche oder bey der Erschütterung auf, aber mit schwan«kendcm Flug, nicht weit weg. Man schlägt sie da mit einem ruthenfürmig gebundenenBüschel Reißer nieder, und tödtet sie dkrrch einen Fußtritt.

Ucberhaupt wäre zu wünschen, daß man statt der gemeinen Stachelbeeren lieberBerberis und Cornelkirschen wählte, da außerdem, daß erstere doch immer nur eineschlechte Einfriedigung gewähren, auch ihre meist elenden, kaum halbreif werdendenFrüchte theils der Gesundheit schaden, theils Kindern die Veranlassung geben, die Hagen zu zerreißen, und in die Gärten zu brechen, auch durch solche Lücken andern Dieben einenbequemen Weg zu eröffnen.

Bbbbö

>68. Der