Die Raubkäfer. 92z
Fünfte Gattung.
Dle Raubkäfer. Staphylini Lin. Sie heißen auch Raupentödtende Käfer, Lu-
derkäfer, Traubenkäfer.
Gattungskennzeichen nach Linne'.
Die Fühlhörner sind patecnosterförmig, die Decken zur Hälfte abgestutzt;zwey Bläschen oder Blättchen von kegelförmiger Gestalt stehn an der Spitze des unbe-deckten Hinterleibes.
Außerdem sind feine vordem Freßfpitzen viergliederig, und die Hintern dreyglie«derig, und zwar sind die Glieder einander gleich. Die Flügel sind unter den Flügeldeckenzusammen gelegt. Sie selbst sehen mehr einem Wurm, als einem Käfer ähnlich und ge-hören unter die gefräßigen Raubinfecken, wie sie denn auch vermittelst ihrer scharfen Kinn-laden gewaltig beißen können, daß es schmerzt. Die am Schwänze befindlichen fischblasen-ähnlichen Theile strecken sie zur Wehr heraus, wenn sie in Gefahr sind. Sie tragenihren Körper, wenn sie ruhig am Boden herumkriechen, gewöhnlich nur nach; erheben ihnaber, wenn sie verfolgt werden, oder an andere Körper kriechen.
Ihre Larven sind dem vollkommenen I feck sehr ähnlich, nur daß sie wederFlügel, noch Flügeldecken haben. An den vordersten Leibringen sitzen sechs Gehefüße undeine steife Erhöhung oder Warze unter dem letzten Bauchringe, der ihnen nicht sowohlstatt eines siebenten FußeS, als zu einer Stütze dient für den langen Hinterleib, um dieReibung zu verhindern, Ihr Gang würde wegen ihrer kurzen Füße und ihres langen Hin-terleibes ohne diesen Nachschieber ihnen zu lästig und ihre Lebensart, die im Rauben besteht,hinderlich seyn. Sie halten sich unter der Erde auf. Wenn man im Winter Blumen-töpfe in der Stube hat, und sie begießt: so kommen lauter kleine weiße Raubkäferlarvenauf die Oberfläche.
Ihr Puppenstand ist ein uneigentlicher, d. i. die Larve heißt nach Linne^ als-denn Puppe, wenn sie sich zum letztenmal gehäutet, wobey sie sich durch nichts besondersauszeichnet, und auch ihre Lebensart fortsetzt.
Die Gattungskennzeichen nach Fabricius sind: der Raubkafer 115,Staphylinus hat vier fadenförmige Freßsprhen; einzahnige Kinnladen; eine häutige drey-spatuge Lippe und paternosterförmiqe Fühlhörner.
Die äußern Kennzeichen desselben sind: der Körper ist verlängert, unbe-haart, ungerandet, lebhaft und behende; der Kopf groß, eyrund und hervorgestreckt;die kugeligen Augen stehen an der Seite und ragen nicht hervor; die Fühlhörner sind kurz,stehen beysammen und sind der obern Lippe eingefügt. Der Halsschild ist flach, hintenabgerundet mit dachigen Rändern; das Schildchen ist dreyeckig und nicht zu klein; diesteifen Flügeldecken haben einen abhängigen Rand und bedecken die Flügel; die Füße sindstark, die Fußblatter fünfgliederig; und die Farbe des Inftcts ist scheckig.
Man theilt sie ein in Käfer von mittlerer und von kleinerer Größe. L in n e' zähltein Allem 20 Arten, Fabricius 56 der eigentlichen Raubkäfer, Staphylinus; ferner
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