Band 
Erster Theil. Die Käfer.
JPEG-Download
 

Inseetcn

sind sechsbeinige, wirbellose Tbiere, welche durch Luftröhren atbmeu und die Geschlechtsöffnung amEnde des Körpers haben. Spinnen, Krebse, Kellerwürmer, Tausendfüfse u. s. w., welche Linne nochzu den Insecten rechnete, werden, da sie bald mehr Füfse haben, bald durch Kiemen athmen, bald dieGeschlechtsöffnung weiter vorn zeigen, jetzt nicht mehr dahin gezählt, bieten auch für den Forstmannwenig Bemerkenswerthes dar. Die Insecten künde oder Kerllehre nennt man am Passendsten En-tomologie (von svtofiov und Isyetv), und nicht Insectologie, weil dies ein aus zwei verschiedenenSprachen entlehntes und zusammengesetztes Wort ist. Unter

F o r s t i n s e c t e ii

versteht man nicht etwa alle im Forste lebende Insecten, sondern nur diejenigen, welche auf das Gedei-hen und die Brauchbarkeit der vom Forstmanne zu behandelnden Holzgewächse Einilufs haben. Diebisher über diesen Gegenstand erschienenen Schriften haben-es so eingeführt und es ist auch so zweck-mäfsig, weil die Zahl wichtiger, zu beschreibender und abzubildender Gegenstände doch schon grofsgenug ist. Es bleiben also alle im Walde lebende, nicht zu den nutzbaren Hölzern und deren Nutz-barkeit in Beziehung stehende Insecten, mit Ausschlufs einiger wenigen, täuschenden (s. unten), hierausgeschlossen, selbst solche, welche nur an und in verwesenden Hölzern und Rinden Vorkommen.

Die Fokstinsecten - Kunde bildet einen Theil deu Insecten - Kunde übeuhauft. Es giebt unterden Forstinsecten nicht blofs Insecten aus Einer Abtheilung, sondern fast aus allen, d. h. nicht blofs Faltersondern auch Käfer, Aderilügler, Zweiflügler, Netzllügler, Geradflügler, Halbflügler und Olmflügler; fernernicht blofs aus der einen oder andern Familie oder Gattung dieser genannten, sondern oft aus vielen.Demnach kann das Studium der Forstinsecten nicht so ganz einseitig aufgefafst werden, sondern es bedarfallgemeiner Kenntnisse. Der Forstmann darf sich z. B. nicht auf die Kenntnifs eines einzigen oder einigerweniger Borkenkäfer beschränken, sondern er mufs auch die aus allen bekannten Arten abstrahirtenKennzeichen (die Gattungs- und Familien-Charaetere) kennen, um vorkommenden Falles auch eine bishernoch nicht als schädlich aufgeführte Art, der Gattung und Familie nach, ansprechen zu können. Dennochwird sich dies Studium für ihn sehr vereinfachen dadurch, dafs er manche Familien und Gattungen, theilsganz theils halb, unberücksichtigt lassen kann, indem vieljährige Erfahrung sie als ganz unschädlich dar-gestellt hat, ja viele sich schon a priori als unschädliche ergehen. Die im Wasser und im Miste lebendenInsecten fallen sämmtlich aus. Eben so fast alle Tagfalter, weil sie bisher immer nur auf Kräutern gefun-den wurden und es ihnen gewifs nie einfallen wird, auf Waldbäume zu gehen. Ebenso ein grofser Theilder sonst so vieles Schädliche bergenden Rüsselkäfer u. s. f. Dagegen sind ganze Familien und Gattungen

A